SZ 18.11.2025
16:31 Uhr

SZ Wirtschaftsgipfel: Das sind die Gewinner des SZ Gipfelstürmer Awards 2025


Auf dem Wirtschaftsgipfel in Berlin hat die „Süddeutsche Zeitung“ junge Unternehmen ausgezeichnet, die mit ihren Innovationen die Gesundheit fördern, Palmöl ersetzen und die Zementherstellung klimafreundlicher machen wollen.

SZ Wirtschaftsgipfel: Das sind die Gewinner des SZ Gipfelstürmer Awards 2025
Die Preisträger, Finalisten und Laudatoren der SZ Gipfelstürmer Awards auf der Bühne im Berliner Hotel Adlon. (Foto: Friedrich Bungert)

Mal geht es darum, Menstruationsschmerzen zu lindern. Mal um eine klimafreundliche Alternative zu Palmöl oder um eine grünere Zement- und Stahlherstellung. Die Preisträger des „SZ Gipfelstürmer Awards“ 2025 haben ganz unterschiedliche Produkte entwickelt. In dem Wettbewerb, den die Süddeutsche Zeitung und das Münchner Gründerzentrum UnternehmerTUM organisieren, werden deutsche Start-ups für ihre Innovationen ausgezeichnet. Am Dienstag wurde der Preis auf dem SZ Wirtschaftsgipfel im Berliner Hotel Adlon verliehen. Es gibt drei Kategorien – Health, Food/AgriTech und Energy – mit jeweils drei Finalisten.

In der Kategorie Health gewann das Münchner Start-up Meliodays. Simone Sabbione hat das Unternehmen 2022 gemeinsam mit ihrem Ehemann Martin Sabbione und ihrem Bruder Benjamin Wolf gegründet. Mit medizinischen Innovationen für die Gesundheit von Frauen möchten sie dazu beitragen, den Gender Health Gap zu schließen, also die geschlechtsspezifischen Ungleichheiten in der medizinischen Forschung, Diagnose und Behandlung.

Meliodays hat eine nicht-hormonelle, lokal wirkende Therapie entwickelt, die Schmerzmittel direkt in der Gebärmutter freisetzt, um Menstruationsschmerzen zu lindern. Da nur wenig Schmerzmittel gezielt abgegeben wird, gibt es laut den Gründern keine systemischen Nebenwirkungen. Das Produkt richtet sich an Frauen mit starken Menstruationsschmerzen, die oft mit herkömmlichen Schmerzmitteln unzufrieden sind. „Ich kenne natürlich das Problem, ich weiß, wie viele betroffen sind“, sagte Gründerin Simone Sabbione bei der Preisverleihung in Berlin. Sie fragte sich: „Wieso kann man nicht das Ibuprofen in die Gebärmutter bringen?“ Gerade sei die Therapie ihres Unternehmens noch in der klinischen Prüfung, sie solle 2029 auf den Markt kommen.

Die weiteren Finalisten in der Kategorie Health waren das Start-up Perspective Care aus Walzbachtal in Baden-Württemberg, das ein kontaktloses Patientenmonitoring-System für stationäre und ambulante Pflegeeinrichtungen entwickelt hat, und das Münchner Unternehmen Unite Labs mit seinem KI-gestützten Betriebssystem, das Laborprozesse automatisiert.

Der Preis in der Kategorie Food/AgriTech bekam das Hamburger Jungunternehmen Colipi. Es wurde 2022 von Philipp Arbter, Tyll Utesch, Jonas Heuer und Maximilian Webers gegründet. Colipi hat eine CO₂-neutrale Alternative zu Palmöl und Erdöl entwickelt. Sein sogenanntes „Climate Oil“ stellt das Unternehmen in einem Gasfermentations-Bioreaktorsystem mit Hefen und Bakterien her, die CO₂ in pflanzenölähnliche Lipide umwandeln. Kosmetika, Lebensmittel, E-Fuels und biologische Kunststoffe lassen sich aus dem Öl herstellen.

Dadurch soll auch insgesamt weniger Palmöl verwendet werden. Es ist besonders umweltschädlich, weil oft Regenwälder gerodet werden, um Ölpalmen anzubauen. Colipi ist eine Ausgründung der Technischen Universität Hamburg und will seine Technologie Unternehmen mit hohem CO₂-Ausstoß als Lizenzmodell anbieten. „Wir produzieren mehrere hundert Kilo von unserem Fett, im nächsten Jahr mehrere hundert Tonnen“, sagte Gründer Maximilian Webers bei der Preisverleihung. Er kritisierte die langwierige EU-Regulatorik. „Ich selber habe unser Fett schon gegessen und ich lebe noch.“

In die Finalrunde um den Preis in der Kategorie Food/AgriTech kamen außerdem: Das Start-up Rain2soil aus dem niedersächsischen Ammerland, das einen autonomen Bewässerungsroboter für die Landwirtschaft entwickelt hat. Und das Hamburger Unternehmen Bluu, das Fisch aus Zellkulturen herstellt.

In der Kategorie Energy siegte das Jungunternehmen Heatrix, das Wei Wu, Stefan Gasow und Niklas Friese 2021 in Bremen gegründet haben. Das Start-up hat einen elektrischen Lufterhitzer mit integriertem thermischen Energiespeicher entwickelt. Damit lassen sich fossile Brennstoffe in energieintensiven Industrien wie der Zement-, der Stahl- und Chemikalienherstellung durch Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzen. Das System von Heatrix funktioniert wie ein großer elektrischer Föhn: Luft wird angesaugt und fließt an elektrischen Widerständen entlang, die sie auf bis zu 1500 Grad erhitzen.

Die heiße Luft wird dann als Prozesswärme in Industrieanlagen geleitet, wo sie für die Produktion genutzt wird. In bestehende Anlagen lässt sich das System leicht integrieren, ohne diese komplett umzubauen. Heatrix strebt an, Ende dieses Jahres die Marktreife zu erreichen, aktuell betreibt das Unternehmen einige Pilotanlagen. Gründer Stefan Gasow sagte bei der Preisverleihung: „Unsere Kunden kommen vor allem aus dem produzierenden Gewerbe, meist sind es kleine und mittelständische Unternehmen.“

Das Münchner Start-up Turn2x schaffte es auch in die Finalrunde in der Kategorie Energy. Es hat eine Technologie entwickelt, mit der sich grüner Wasserstoff mit Kohlendioxid in erneuerbares Erdgas umwandeln lässt, das die energieintensive Industrie anstelle von fossilem Erdgas nutzen kann. Außerdem war das Unternehmen Ionysis aus Freiburg im Finale, es hat Membranen für Brennstoffzellen und Elektrolyseure entwickelt, die es ermöglichen, die Industrie und den Schwerlastverkehr durch grüne Wasserstoffanwendungen zu dekarbonisieren.

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