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26.02.2026
16:20 Uhr
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Zwar übertreffen sich Regisseure und Fastenprediger bei der Pressekonferenz zum Derblecken darin, nichts zu verraten, aber es wird klar: Markus Söder hat womöglich noch weniger zu lachen als sonst.

Fastenredner Stephan Zinner (Mitte) und die beiden Autoren Richard Oehmann (links) und Stefan Betz (rechts) im Paulaner am Nockherberg. (Foto: Florian Peljak)
Wenn Ironie, Geistesgegenwärtigkeit und Witz einen Duft hätten, dann wäre es an diesem warmen Donnerstagvormittag der Geruch einer Brotzeit. Paulaner am Nockherberg, erster Stock, auf den Tischen stehen Brettl voller Käse, Obazda, Butter. Und hinten, vor einer für den warmen Raum seltsam kalt wirkenden blauen Wand, sitzen drei Männer. Es sind der Kabarettist Stephan Zinner sowie die beiden Autoren Stefan Betz und Richard Oehmann. Kommenden Mittwoch sollen sie den Politikerinnen und Politikern aus Bund, Freistaat und Stadt zünftig und erst recht mit einer guten Portion Humor die Leviten lesen.
Die Brauerei hat geladen, um kurz vor dem Salvator-Anstich samt Derblecken noch einmal letzte Infos preiszugeben. Sie sind spärlich gesät, aber immerhin. Der Termin ist ohnehin viel eher geeignet, um den drei Verantwortlichen ein wenig näherzukommen, sie abzuklopfen nach dem, was am 4. März zu erwarten ist, allen voran Stephan Zinner.
Der Kabarettist ist der neue Fastenredner, hat also kommende Woche Predigtpremiere. Die Autoren Betz und Oehmann können hingegen auf ihre Erfahrung bauen. Zusammen verantworten beide seit 2018 das Singspiel, zwischen den beiden hat sich eine gewisse Routine eingespielt. Und während die Welt seit 2018 zunehmend aus den Fugen geriet, gibt es stets neuen Stoff. Ihr Job, sagt Betz, sei kein einfacher, zumal das Chaos derart um den Globus fege, dass man auch als polit-satirischer Autor kaum mehr hinterherkomme. Aber immerhin, so Betz: „Das Chaos der Welt hilft der Komödie, weil alle total froh sind, wenn es was zu lachen gibt.“
Die Neuigkeiten des diesjährigen Nockherbergs also: Erstens, das Singspiel wird heuer „Wirf das Handtuch, Lindwurm“ heißen. Was man sich nun darunter vorstellen darf? Bleibt ein Rätsel. Zweitens, bei der Fastenpredigt wird Zinner ohne extravagantes Kostüm auskommen, auch ohne Gitarrensolo oder anderweitig exponierte musikalische Einlage. Es wird wohl eine klassische Rede. Zinner spricht von „ganz normaler Arbeit“, die er zu verrichten habe. „So stelle ich mir das vor, es ist ja mein erstes Mal.“
Autor Oehmann sagt eingangs noch etwas zum Singspiel, was man ein paar Hundert Meter weiter in der Staatskanzlei nicht ganz so gerne hören dürfte: „Man kann sagen, dass der Herr Merz eine fast größere Rolle hat als der Herr Söder.“ Mehr Handfestes ist aus den Männern nicht herauszubekommen, dafür schenkt Betz dem Reporter einen Satz, der so auch für viele weitere Presserunden gelten dürfte: „Mein Job heute hier ist es, in vielen Worten nichts zu sagen.“ Schade, aber sei es drum. Und ehrlicherweise liegt in dem Tauziehen aus Anteasern, Einheizen auf der einen und Verschlossenheit auf der anderen Seite auch der Reiz der Vor-Nockherberg-Berichterstattung.
Auch Fastenredner Zinner bleibt im wunderbar Unkonkreten. Wer das Weltgeschehen verfolge oder auch nur im Wirtshaus diskutiere, dürfte im Bilde sein bei seiner Predigt. Für ihn dürfte es ohnehin erst einmal darum gehen, sich in seine neue Rolle einzufinden, seinen Stil zu finden, so wie die großen Fastenredner vor ihm. Für seine Rede gelobt wurde er jedenfalls schon, mindestens einmal. Er erzählt von seiner Tochter, der er einen Ausschnitt gab. Die wiederum, so sagt es Zinner, antwortete: „ja, mei“. Großes, nein sehr großes Lob. Zumindest aus dem Mund einer Teenagerin.
Schauspieler Gerhard Wittmann über die Schwierigkeit, Dieter Reiter zu doubeln, die Frage, wie er ihn als Mensch einschätzt, und den denkwürdigsten Auftritt auf dem Nockherberg.
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