SZ 07.12.2025
18:01 Uhr

Nachruf: Vor seiner Linse waren alle gleich


Der britische Fotograf Martin Parr wurde mit knallbunten Fotografien von Menschen beim Urlaub machen berühmt. Sein Blick war auf alle Schichten derselbe: schonungslos, aber nie bösartig. Jetzt ist er im Alter von 73 Jahren gestorben.

Nachruf: Vor seiner Linse waren alle gleich
Der britische Fotograf Martin Parr bei einem Fotoshooting in Paris, am 31. Oktober 2025. Er ist mit 73 Jahren verstorben. (Foto: JOEL SAGET/AFP)

Wenn man Martin Parr fragte, wie er selbst seinen Stil beschreiben würde, sagte er: „Ich mache ernsthafte Fotografien, die als Unterhaltung getarnt sind“. Unterhaltsam waren sie zweifellos, die eisverschmierten Kinder und die Fritten stehlenden Möwen, die alten Ladies im Friseursalon und die sich auf nacktem Beton sonnenden Working Class Girls. Parr machte gerne Urlaubsbilder. Das hieß bei ihm: Bilder von Menschen, die Urlaub machen. Chinesische Touristen vor der Akropolis in Athen, taubenbedeckte Knipser auf dem Markusplatz in Venedig, junge Familien am Strand von Blackpool, Brighton und Benidorm.

Seit Jahrzehnten arbeitet der Brite Martin Parr an einem Doku-Panorama seiner Heimatinsel. Seine bonbonbunten Bilder sind stets vom Verständnis für Sehnsucht nach Identität geprägt. Jetzt wird der Fotograf 70 Jahre alt.

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