SZ 22.01.2026
17:22 Uhr

Nach einer Strafanzeige: Söder-Beleidigung: Ermittlungen gegen Grüne-Jugend-Chef


In einem Social-Media-Video rappt Luis Bobga – mit beleidigender Wortwahl gegen den bayerischen Ministerpräsidenten. Für den Chef der Grünen Jugend hat das ein juristisches Nachspiel.

Nach einer Strafanzeige: Söder-Beleidigung: Ermittlungen gegen Grüne-Jugend-Chef

Nach einem beleidigenden Video gegen den CSU-Vorsitzenden Markus Söder ermittelt die Generalstaatsanwaltschaft München gegen Grüne-Jugend-Chef Luis Bobga. Nach einer Strafanzeige sei ein Ermittlungsverfahren aufgenommen worden, teilte ein Sprecher mit; zuerst hatte die Bild berichtet. Es sei eine Anzeige von einer unbeteiligten Person eingegangen, „die nun im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens wegen des Anfangsverdachts der Beleidigung überprüft wird“, erklärte der Sprecher.

In dem Video-Clip rappte Bobga nach einem Song des Künstlers Haftbefehl. Wie dieser benutzte der Co-Vorsitzende der Grünen Jugend den Begriff „Hurensohn“. In Bobgas Video wurde dazu ein Bild von Söder eingeblendet. Anlass war offenbar Söders Vorschlag, einige Bundesländer einzusparen.

Von Aschaffenburg bis Berchtesgaden: Das Bayern-Team der SZ ist im gesamten Freistaat für Sie unterwegs. Hier entlang, wenn Sie Geschichten, News und Hintergründe direkt aufs Handy bekommen möchten.

Kurz darauf ruderte Bobga zurück. Er bedaure, dass „die Auseinandersetzung mit dem Inhalt von Herrn Söders Aussage auf der Strecke geblieben“ sei. Es sei nie sein Ziel gewesen, Söder „mit dieser Beleidigung direkt anzusprechen. Dass dies durch den von mir ausgewählten Song passiert ist, tut mir leid“.

Tags darauf beklagte Bobga eine Schieflage in der Debatte über sein Video. Er frage sich, warum das nun für mehr Aufregung in der Gesellschaft sorge als die „menschenfeindliche Politik der Regierung und dabei auch insbesondere die von Markus Söder, etwa durch Abschiebungen in Krisengebiete und durch Verschärfungen des Bürgergelds“, sagte der 23-Jährige dem Stern.

Zugleich sagte er, dass das Wort „Hurensohn“ nicht zu seinem Sprachgebrauch zähle. „Es ist ein sexistischer Begriff, der aus gutem Grund nicht verwendet werden sollte.“ Er nehme es aber auf sich, dass er durch seine Aktion so weite Verbreitung gefunden habe und als direkte Beleidigung wahrgenommen wurde.

Bobga sagte, er habe seine Lippen zu dem Song bewegt, der zurzeit häufig in den sozialen Medien geteilt werde und sei damit einem Trend gefolgt. Aus seiner Sicht wäre es etwas ganz anderes, „wenn ich das in einem Interview über Herrn Söder gesagt hätte. Das würde ich niemals tun.“ Aus der CSU hatte es umgehend Rücktrittsforderung an die Adresse Bobgas gegeben.

Bobga leitet seit Oktober 2025 gemeinsam mit Henriette Held die Grüne Jugend. Das Duo war nach Kritik an provokanten Äußerungen der vorherigen Grüne-Jugend-Bundesvorsitzenden Jette Nietzard ins Amt gekommen. Nietzard hatte Söder auf Tiktok einst als „Hundesohn“ beschimpft.

Markus Söder sieht seine CSU als „Schrittmacher“. Er will das „Behörden-Pingpong“ beenden und Bayern mit Überlichtgeschwindigkeit wirtschaftlich voranbringen – und auf den Mond.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: