|
17.12.2025
21:13 Uhr
|
Wie teilt man der Welt mit, dass man Nachwuchs erwartet? Eine Typologie der Verkündigungen im Social-Media-Zeitalter.

Bauchgefühl: Sienna Miller Anfang Dezember bei den Fashion Awards 2025 in der Royal Albert Hall in London. (Foto: Maja Smiejkowska/REUTERS)
Es gibt Dinge, die sagt man nicht einfach. Die werden verkündet. Gesetze, Prophezeiungen, Gerichtsurteile. Oder bedeutende Dinge, etwa dass Ousmane Dembélé Weltfußballer ist, die Krebstherapie bei König Charles gut anschlägt oder die Deutsche Glasfaser bereits 2,8 Millionen Haushalte erschlossen hat. Letztere Nachrichten und Tausende mehr sind mit dem Wörtchen „verkündet“ im SZ-Archiv der vergangenen Woche gespeichert – klar, ist ja auch Dezember und damit Verkündigungs-Hochsaison.
Unschlagbarer Spitzenreiter in dieser Kategorie bleibt aber die erfolgreiche Befruchtung. Schwangerschaft, Elternwerden, Großelternwerden – es gibt doch seit dem Evangelium nichts Schöneres zu verkündigen! Stellt sich nur die Frage: Wie erreicht man die erwünschte Aufmerksamkeit?
Natürlich auf Instagram, der Litfaßsäule des 21. Jahrhunderts. Freilich kommt keine Story an die des Erzengels Gabriels heran. Retter der Welt, unbefleckte Empfängnis – da kommt auch der beste Influencer nicht drüber. Also das Kontrastprogramm: Fakten und Belege. Zur Empfängnis-Bekanntgabe posten Promis gerne ihre positiven Schwangerschaftstests oder ein Ultraschallbild. So auch Schauspielerin Rebel Wilson und Influencerin Tanja Makarić.
Um Ihre Daten zu schützen, wurde er nicht ohne Ihre Zustimmung geladen.
Ich bin damit einverstanden, dass mir Inhalte von Instagram angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an den Betreiber des Portals zur Nutzungsanalyse übermittelt. Mehr Informationen und eine Widerrufsmöglichkeit finden Sie unter sz.de/datenschutz.
Doch es geht auch anders. Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst fasste sich in seiner Social-Media-Nachricht scheinbar kurz: „Philippa bekommt ein Geschwisterchen.“ Okay, in den zwei vorausgehenden Absätzen holte er recht weit aus mit der Beantwortung der sich selbst gestellten Frage, was es bedeutet, ein Kind in diese Welt zu setzen.