Manchmal macht Yoshihisa Saito von der Kobe-Universität den Fehler, in die Internet-Kommentare zu seiner Arbeit zu schauen. Dann sieht er die Beschimpfungen anonymer Leute. „Für die bin ich ein linksextremer Japan-Gegner“, sagt der Arbeitsrechtler Saito, 55. Er lächelt nachsichtig, weil das natürlich nicht stimmt. Es ist nur so, dass seine Forschung dem Weltbild des rechten Mainstreams widerspricht. Japan habe ein Ausländer-Problem – das war doch zuletzt die große Klage im Inselstaat, die im Herbst auch die Hardlinerin Sanae Takaichi ins Amt der Premierministerin brachte. Saito hingegen hat sich mit den Bedingungen beschäftigt, unter denen vietnamesische Menschen in Japan arbeiten müssen. Ergebnis, grob gesagt: Das Problem so mancher Ausländer heißt Japan.
