SZ 29.11.2025
08:31 Uhr

Gießen: Massive Straßenblockaden und Proteste gegen AfD-Jugend


An vielen Stellen in der Stadt gibt es nach Polizeiangaben Protestaktionen. Im Tagesverlauf werden bis zu 50 000 Demonstranten erwartet. Sie wollen das Gründungstreffen der „Generation Deutschland“ verhindern.

Gießen: Massive Straßenblockaden und Proteste gegen AfD-Jugend
Demonstranten blockieren am frühen Morgen eine Straße in Gießen. Die Polizei spricht von einer „aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen“ in der Stadt. (Foto: Florian Wiegand/Getty Images)

In Gießen ist es am Morgen im Zusammenhang mit den Protesten gegen die Gründung einer neuen AfD-Jugendorganisation zu ersten Blockaden gekommen. Rund um Gießen gebe es Personengruppen, die an Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen „massiv“ die Straßen blockierten, sagte ein Polizeisprecher. In Gießen selbst blockiere ein Bus einen Kreisverkehr, sagte eine Sprecherin der Polizei. Sie sprach von einer „aktiven Lage mit vielen verschiedenen Schauplätzen“ in der Stadt.

Im Tagesverlauf wollen rund 50 000 Menschen bei rund 30 angemeldeten Versammlungen gegen die AfD auf die Straße gehen. Das Bündnis „Widersetzen“ hatte bereits seit Wochen angekündigt, Zufahrtswege zu der Gründungsversammlung blockieren zu wollen mit dem Ziel, das Treffen zu verhindern.

In wenigen Wochen gründet sich die neue Jugendorganisation der AfD. Als designierter Chef gilt Jean-Pascal Hohm. Der Abgeordnete aus Cottbus soll dem Parteinachwuchs ein smartes Image verschaffen  –  er zeigt aber keine Berührungsängste vor Akteuren am ganz rechten Rand.

Bereits am Vortag hatten mehrere Hundert Menschen in der Innenstadt gegen die bevorstehende AfD-Veranstaltung demonstriert. Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) hatte sich mit Blick auf Gewaltaufrufe aus der linken Szene besorgt gezeigt. Er kritisierte auch die Blockade-Pläne des Bündnisses „Widersetzen“. Dieses bewege sich „in einer hochproblematischen rechtlichen Parallelwelt, wenn es sich und seinen Unterstützern ein Recht zur Verhinderung der AfD-Veranstaltung zuspricht“, sagte er. Auch die AfD könne sich auf die Versammlungsfreiheit berufen, ergänzte der Innenminister. „Die AfD ist aktuell keine verbotene Partei.“

Die AfD will in der mittelhessischen Stadt eine Nachfolgeorganisation für die Junge Alternative (JA) mit dem Namen „Generation Deutschland“ (GD) gründen.

Die Gründung der neuen Jugendorganisation der AfD „Generation Deutschland“ soll ein Neuanfang darstellen. Nur: Es gibt viele Kontinuitäten zur rechtsextremistischen Vorgängerin.

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