Samstag, 31. März 1917, elf Uhr in Washington: Der dänische Botschafter Constantin Brun (Mitte) nimmt vom amerikanischen Außenminister Robert Lansing einen Scheck über 25 Millionen Dollar entgegen. So viel ist den USA eine Inselgruppe östlich von Puerto Rico wert, der Kolumbus mehr als 400 Jahre zuvor den Namen „Jungferninseln“ gegeben hatte und die seit dem 17. Jahrhundert eine dänische Kolonie war. Was eigentlich die Menschen dort davon halten? Darum war es auch den Europäern nie gegangen – Engländer, Holländer, Spanier, Franzosen, Brandenburger und Dänen hatten die Inseln einander weitergereicht. 1917 streben die USA in diesem Teil der Karibik einen Marinestützpunkt an, deshalb wollen sie nun den Kauf. Als „Amerikanische Jungferninseln“ sind die Inseln fortan ein „Außengebiet“, aber kein Bundesstaat der USA. Sie entsenden einen Vertreter ins Repräsentantenhaus, mitstimmen darf der dort aber nicht. Eine der Inseln ist Little St. James, und wer heute, 2026, denkt, von der habe man doch schon mal gehört – Donald Trump könnte es genauso gehen: Ein Freund, von dem er nichts mehr wissen will, war längere Zeit ihr Eigentümer; Jeffrey Epstein sein Name.
