|
06.02.2026
15:02 Uhr
|
Nachdem Mercedes seine neue S-Klasse präsentiert hat, gibt es nun auch für die Staatschef-Version eine Überarbeitung. Der gepanzerte S 680 Guard könnte Friedrich Merz’ neuer Dienstwagen werden.

Mit rund 4,2 Tonnen bringt das Sicherheitsfahrzeug gut 1,5 Tonnen mehr auf die Waage als eine Standard-S-Klasse. (Foto: Mercedes-Benz AG)
In der Bundesrepublik hat es gute Tradition, dass der Kanzler sich in einer Limousine mit Stern auf der Motorhaube herumkutschieren lässt. Konrad Adenauer fuhr im legendären 300, man nannte ihn auch den „Adenauer-Mercedes“. Willy Brandt ließ sich in der S-Klasse chauffieren, Helmut Schmidt bekam davon die erste gepanzerte Version, um ihn vor möglichen Anschlägen der RAF zu schützen. Erst Gerhard Schröder wagte es, das Mercedes-Monopol zu brechen: Er fuhr Audi A8, VW Phaeton, zeitweise 7er-BMW. Auch Angela Merkel vertraute auf Limousinen von Audi und BMW. Erst mit Olaf Scholz kehrte dann der Stern zurück auf den Parkplatz vorm Kanzleramt.
Und auch Friedrich Merz fährt Mercedes, die spezielle S-Klasse 680 Guard. Nachdem der Stuttgarter Autohersteller vergangene Woche seine neue S-Klasse vorgestellt hat, bekommt nun auch die Kanzlerversion ein Facelift, also eine Überarbeitung. Im neuen S 680 Guard dürfte auch Friedrich Merz Platz nehmen.
Man kann das Kanzlerauto zwar äußerlich kaum vom Serienmodell unterscheiden, doch das war es dann auch mit den Gemeinsamkeiten. Es ist natürlich sicherer: Spezialstahl und dicke Panzerglasfenster schützen den Regierungschef vor Explosionen und Schüssen, sogar aus Scharfschützengewehren. Im Grunde ist es ein rollender Schutzbunker.
Denn in der gepanzerten S-Klasse ist man für so gut wie alles gewappnet: Falls es brennen sollte im Motorraum oder unter dem Fahrzeug, springen automatische Feuerlöscher an. Auch vor Gasangriffen ist man geschützt, es gibt ein Not-Frischluft-System, das die Insassen mit sauberer Luft versorgt. Wenn die Reifen platt sind, kann man noch gut 30 Kilometer weit fahren. Und über das integrierte Kommunikationssystem kann man in Krisensituationen Kontakt zur Außenwelt halten. Auch zu gewöhnlichen Videokonferenzen kann sich der Kanzler übers Entertainmentsystem zuschalten.
Die ganze Spezialausrüstung fällt natürlich ins Gewicht: Der Kanzlerwagen wiegt 4,2 Tonnen und damit eineinhalb Tonnen mehr als eine normale S-Klasse. Allein die Türen sind so schwer, dass es Servo-Unterstützung braucht, um sie zu öffnen. Um das große Gewicht zu bewegen, hat er Allradantrieb – und einen Zwölfzylindermotor, der eigentlich kaum noch verbaut wird, weil er viel verbraucht und teuer ist. Friedrich Merz wird trotzdem nicht der Schnellste sein auf der linken Spur: Der S 680 Guard fährt höchstens 190 Stundenkilometer, damit er beherrschbar bleibt.
Was Mercedes für die neue Guard-Version verlangt, ist noch nicht bekannt. Für das Vorgängermodell musste man mindestens 547 000 Euro berappen, deutlich mehr als für die normale S-Klasse, die man schon für 120 000 Euro bekommt. Am Preis sollte es für den Kanzler aber nicht scheitern.
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: