SZ 01.03.2026
14:30 Uhr

Flughafen München: Wegen Krieg in Iran: Tausende Passagiere müssen umgebucht werden


Zahlreiche Verbindungen von München in oder über die Golfregion werden annulliert. Am Flughafen bleibt das große Chaos aus – doch ein paar Reisende stranden an den Info-Schaltern.

Flughafen München: Wegen Krieg in Iran: Tausende Passagiere müssen umgebucht werden

So schnell lassen sich Stephan und Susanne Elders ihren Urlaub nicht verderben. Die beiden leben auf Mallorca und sind unterwegs zu einem zweiwöchigem Trip in Indien. Und eigentlich sollten sie längst im Flieger sitzen. Doch man trifft die beiden am Schalter der Airline Emirates, mit der sie ihren Flug gebucht haben. Der Flughafen München ist ein internationales Drehkreuz, also wollten sie von Palma nach München und von dort weiter über Dubai nach Indien. In Dubai hätten sie zwei Tage Aufenthalt gehabt. Nun hat sich die Route geändert, erst geht es am Montag nach London, dann von dort weiter nach Mumbai. Die beiden sind entspannt, jetzt geht es erst einmal ins Hotel am Flughafen und dann am nächsten Tag weiter.

Neun Flüge ab München fallen an diesem Sonntag wegen des Kriegs in Nahost aus. Betroffen sind Verbindungen nach Dubai, Doha, Bahrain, Abu Dhabi und Tel Aviv. Wie viele Passagiere umplanen müssen, geben die Fluggesellschaften nicht heraus. Doch nach Schätzungen eines Flughafensprechers dürften es mehrere Tausend sein, die ihre Reise in oder über die Golfregion nicht antreten können.

Die Airlines haben bereits am Samstag über die Ausfälle informiert. Deshalb sind auch kaum Menschen zum Münchner Flughafen gekommen, an den Schaltern von Qatar Airlines und Gulf Air herrscht am Vormittag Leere. Es ist ruhig im Terminal 1, von wo aus die Flüge in die Golfregion starten sollten. Doch am Emirates-Info-Schalter stehen circa 20 Urlauber, die über Dubai fliegen wollten. Dubai ist ebenfalls ein großes internationales Drehkreuz, wo viele Passagiere in Verbindungen nach Asien und Afrika umsteigen. Das ist jetzt nicht mehr möglich.

Die Lufträume sind gesperrt, wann sie wieder angeflogen werden können, ist unsicher. Dubai könnte schon am Montag wieder geöffnet werden. Ein Emirates-Sprecher verweist auf die Homepage der Airline. Bis Montag, 15 Uhr, sind die Verbindungen ausgesetzt. Man stehe in ständigem Austausch mit Dubai, doch ob es am Montag wirklich weitergeht, könne man nicht genau sagen. Lufthansa teilt mit, dass wegen der aktuellen Situation im Nahen Osten die Airlines der Lufthansa Group ihre Flüge nach Tel Aviv, Beirut, Amman, Erbil und Teheran bis einschließlich 7. März aussetzen. Ebenfalls so lange würden die Lufträume Israel, Libanon, Jordanien, Irak, Katar und Iran nicht genutzt.

Betroffene Passagiere könnten kostenfrei auf ein späteres Reisedatum umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Alle betroffenen Airlines empfehlen ihren Fluggästen, sich auf den Websites und den Apps regelmäßig über den aktuellen Stand zu informieren.

Am Emirate-Schalter schauen einige der wartenden Passagiere auf ihren Smartphones Bilder vom Krieg an. Man sieht Explosionen und einen Brand an der Fassade des Luxushotels Burj al Arab, das aufgrund seiner Form eines Segels als eines der Wahrzeichen Dubais gilt. Es herrscht Fassungslosigkeit unter den Reisenden. Aber Sophia Costa und Anouk Walser sind immerhin erleichtert, dass sie nicht schon am Samstag ihre Reise angetreten haben. „Dann säßen wir jetzt in Dubai fest“, sagt Walser.

Noch stehen sie in der Schlange und warten, dass sie einen alternativen Flug bekommen. Sie wollen nach Vietnam, wo sie fünf Wochen Urlaub geplant haben. Ein bisschen enttäuscht seien sie schon, sagen beide. In Ho-Chi-Minh-Stadt hatten sie bereits eine Unterkunft gebucht, die sie aber wieder absagen konnten. Auch sie lassen sich die Vorfreude nicht verderben.

Zwei Reisende berichten von der Stimmung in einer Maschine, die wegen des Schnees nicht vom Münchner Airport abheben konnte. Die Polizei hat den Vorfall zur Prüfung an die Staatsanwaltschaft weitergeleitet.

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