Gerade sind Gundbert Scherf und sein Kollege Niklas Köhler nach einem langen Wochenende aus der Ukraine zurückgekommen, jetzt sitzen sie vor ihren Bildschirmen und berichten von ihrer Zeit an der Front. Alle drei Monate fahren sie in die Ukraine, mindestens, und dafür gibt es gute Gründe: Hier, entlang der ukrainisch-russischen Front, entscheidet sich nicht nur der weitere Verlauf eines brutalen Krieges. Hier entscheidet sich auch die Zukunft der deutschen Drohnenbranche und damit die des Münchner Start-ups Helsing, das Scherf und Köhler vor fünf Jahren gegründet haben. Es geht um Krieg. Und hinter den Kulissen auch um einen fast eine Milliarde Euro schweren Großauftrag der Bundeswehr zur Beschaffung Tausender sogenannter Kamikazedrohnen, mit denen die Ostflanke der Nato gegen russische Angriffe geschützt werden soll. Im Rennen sind neben Helsing auch das Berliner Start-up Stark Defence und der Rüstungskonzern Rheinmetall. Und klar ist: Wer sich jetzt lukrative Aufträge über einige Hundert Millionen Euro sichert, dürfte in den kommenden Monaten und Jahren klar im Vorteil sein. Denn auch im Geschäft mit dem Krieg gelten Regeln, die nicht so viel anders sind als in anderen Branchen auch. Es dreht sich vieles um Absatz, Umsatz, Kunden und Marktanteile.
