Im Streit mit ihrem früheren Arbeitgeber erhöhen ehemalige, teils hochrangige Investmentbanker den Druck auf die Deutsche Bank. Sechs Ex-Mitarbeiter – unter ihnen ein früheres Vorstandsmitglied – fordern vor Gerichten in Frankfurt und London insgesamt Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe. Insider bestätigen einen Bericht der Financial Times, wonach einer der Kläger nun in einem Schreiben an die Europäische Zentralbank (EZB) schwere Vorwürfe erhebt. Demzufolge soll Deutschlands größtes Geldhaus im Jahresabschluss 2024 „aggressive Verrechnungsmethoden“ und außerbilanzielle Buchungen genutzt haben, die nur schwer mit internationalen Rechnungslegungsstandards vereinbar seien. Durch sogenanntes Netting erscheine das Kreditrisiko geringer, was die regulatorischen Kapitalanforderungen senke – ein harter Vorwurf. Mit diesen Praktiken vermittle die Bank ein „irreführendes Bild ihrer finanziellen Solidität gegenüber Aufsehern wie auch den Märkten“, behaupten die Anwälte des Klägers in dem Brief, der auch der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
