SZ 30.12.2025
16:10 Uhr

Arabische Halbinsel: Jemens Regierung beendet Zusammenarbeit mit den Emiraten


Das Bündnis mit Saudi-Arabien und den Vereinten Arabischen Emiraten gegen die Huthi-Miliz zerfällt. Die Emirate kündigen den Abzug ihrer Truppen aus Jemen an.

Arabische Halbinsel: Jemens Regierung beendet Zusammenarbeit mit den Emiraten
Der Vorsitzende des Präsidialrats, Raschad al-Alimi (Foto: Imago/APAimages)

Jemens Regierung hat das Abkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten (VAE) im Kampf gegen die Huthi für beendet erklärt. Kurz zuvor hatte die von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition einen Luftangriff auf die ‍südliche Hafenstadt Mukalla geflogen. Am Nachmittag kündigten die Emirate den Abzug ihrer verbliebenen Truppen aus Jemen an - der Präsidialrats-Vorsitzende der jemenitischen Regierung, Raschad al-Alimi, hatte einen solchen Abzug binnen 24 Stunden gefordert.

In einer Fernsehansprache warf al-Alimi den Emiraten vor, den inneren Streit in Jemen zu schüren. ⁠Es sei „definitiv bestätigt“, dass die VAE den separatistischen ‌Südlichen Übergangsrat (STC) „unter Druck gesetzt und angewiesen“ hätten, „durch militärische Eskalation die Autorität des Staates zu untergraben und zu rebellieren“. Al-Alimi verkündete einen landesweiten Ausnahmezustand für 90 Tage. Für 72 Stunden gelte eine Luft-, Land- und Seeblockade.

Die Allianz aus Jemens Regierung, Saudi-Arabien und den Emiraten zum Kampf gegen den gemeinsamen Gegner der Huthi scheint damit beendet. Diese haben ihre Angriffe auf internationale Containerschiffe im Roten Meer seit dem Waffenstillstandsabkommen im Gazastreifen weitestgehend eingestellt. Dafür kämpft Jemen nun gegen die Milizen des STC, die bereits große Teile des Landes im Süden erobert haben. Die Separatisten streben ein unabhängiges Süd-Jemen an in dem Land, das bereits von 1967 bis 1990 geteilt war.

Der STC stellte sich damit gegen den „Präsidialrat“, die offizielle Regierung Jemens mit Sitz in Aden, die nur noch einen kleinen Teil des Landes kontrolliert. Der Rat setzt sich aus verschiedenen Ethnien und Milizen zusammen, zu denen eigentlich auch der STC gehört. Geeint hatte auch den Rat hauptsächlich der gemeinsame Kampf gegen die Huthi. Saudi-Arabien unterstützt weiterhin die islamistische Islah-Partei von Präsident Raschad al-Alimi, der dem Präsidialrat vorsitzt. Der STC wiederum wird massiv von den VAE unterstützt. Vier der acht Mitglieder gaben nach der Entscheidung al-Alimis zeitnah bekannt, dass sie den Ausschluss der Emirate nicht mittragen würden.

Der am Morgen geflogene Luftangriff richtete sich nach Angaben der Koalition gegen die ausländische Militärhilfe für die Separatisten des STC. Die Koalition erklärte, dem „begrenzten Luftangriff“ sei die Ankunft von zwei Schiffen aus dem VAE-Hafen Fudschaira am Wochenende ohne ihre Genehmigung vorausgegangen. Nach ⁠ihrer Ankunft in Mukalla hätten die Schiffe ihre Ortungssysteme abgeschaltet und große Mengen an Waffen und Kampffahrzeugen zur Unterstützung des STC entladen. Der Angriff habe keine Opfer oder ‍Kollateralschäden verursacht, meldeten saudische Staatsmedien.

In Jemen herrscht seit 2014 ‌ein Bürgerkrieg. Damals übernahmen die Huthi die Kontrolle über den Norden des Landes, einschließlich der Hauptstadt Sanaa. Dies zwang die international anerkannte und von Saudi-Arabien unterstützte Regierung zur Flucht in den Süden, wo sie sich in Aden niederließ.

Lange waren in dem arabischen Land vor allem die Huthi-Rebellen ein Problem. Jetzt rücken Separatisten im Süden des Landes vor und besetzen Ölquellen.

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