SZ 17.12.2025
17:33 Uhr

Anschlag am Bondi Beach: Mutmaßlicher Täter soll vor Gericht sprechen


Per Videocall soll der 24-Jährige aus dem Krankenhaus zugeschaltet werden. Er ist wegen 15-fachen Mordes angeklagt. Mehrere Verletzte werden noch im Krankenhaus behandelt.

Anschlag am Bondi Beach: Mutmaßlicher Täter soll vor Gericht sprechen
Menschen legen für die Opfer des Terroranschlags am Bondi Beach in Sydney Blumen nieder. (Foto: SAEED KHAN/AFP)

Drei Tage nach dem Terrorangriff auf ein jüdisches Fest in Sydney soll sich der mutmaßliche Täter zu dem Angriff äußern. Wie die Polizei im australischen Bundesstaat New South Wales mitteilte, soll der 24-Jährige am Mittwoch vom Krankenhaus aus per Videoanruf einem örtlichen Gericht zugeschaltet werden. Der von Sicherheitskräften angeschossene und danach festgenommene Mann war am Dienstag aus dem Koma erwacht. Er hatte bisher die Aussage verweigert.

Der 24-Jährige ist wegen Mordes in 15 Fällen und Terrorismus angeklagt worden. Insgesamt werden ihm 59 Tatbestände zur Last gelegt, wie die Polizei von New South Wales mitteilte. Demnach wird ihm auch vorgeworfen, Sprengsätze in oder nahe einem Gebäude mit der Absicht verlegt zu haben, Schaden anzurichten.

Am Mittwochvormittag wurde das erste der Opfer beerdigt. Von Rabbi Eli Schlanger, einem 41-jährigen Vater von fünf Kindern, wurde bei einer gut besuchten Trauerfeier in einer Synagoge nur einen Kilometer vom Ort des Anschlags entfernt Abschied genommen. „Es ist unvorstellbar, dass wir in der Vergangenheitsform von dir sprechen“, sagte Schlangers Schwiegervater, Rabbi Yehoram Ulman, bei der Trauerfeier. „Eli war der beste Ehemann, der beste Vater, der beste Sohn.“

Derweil werden weiterhin 17 Verletzte im Krankenhaus behandelt. Fünf von ihnen befinden sich mit Stand Mittwochabend (Ortszeit) in kritischem Zustand, vier davon sind stabil, wie die Gesundheitsbehörden des australischen Bundesstaats New South Wales bekannt gaben. Unklar blieb, ob der jüngere der beiden Attentäter eingerechnet wurde, der mit Schusswunden ins Krankenhaus gebracht worden war.

Der von Sicherheitskräften angeschossene und danach festgenommene Terrorist war am Dienstag aus dem Koma erwacht. Er und sein Vater hatten während des jüdischen Lichterfests Chanukka am Sonntag das Feuer auf die feiernde Menge am Strand eröffnet. Der 50-Jährige wurde von der Polizei erschossen. Mittlerweile gilt es als gesichert, dass beide Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatten. Im Auto des Sohnes wurden laut Behördenangaben mehrere Sprengsätze und zwei selbstgemachte IS-Flaggen gefunden.

Australiens Behörden versuchen, die Hintergründe der Terrortat aufzuklären, bei der zwei Männer am Sonntag 15 Menschen bei einem jüdischen Fest erschossen haben. Was man bisher weiß.

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