Da es für die effiziente Fortbewegung erforderlich ist, den Unterschenkel gegen den Oberschenkel beugen zu können, hat die Evolution das Kniegelenk ersonnen. Zwei starke Seiten- und zwei Kreuzbänder verbinden die Knochen oberhalb und unterhalb des Gelenks und sorgen dafür, dass eine flüssige Bewegung möglich ist, während zugleich alles bleibt, wo es hingehört. Dass damit auch allerlei halsbrecherische Sportarten wie Skifahren oder Fußballspielen ermöglicht würden, war leider nicht eingeplant. Denn wenn zu starke Kräfte in ungünstiger Richtung wirken, etwa bei Stürzen oder abrupten Richtungsänderungen, können die Bänder reißen. Am häufigsten betroffen ist das vordere Kreuzband, das im Knie vereinfacht gesagt von außen-oben nach innen-unten verläuft. Viel seltener erwischt es das hintere Kreuzband. Es liegt diagonal zum vorderen, zusammen bilden die beiden besagtes Kreuz. Was ein Riss für die Kniestabilität bedeutet, zeigt eine Probe, die Ärzte machen können: Lässt sich im „Schubladentest“ der Unterschenkel bei gebeugtem Knie zu weit herausziehen, liegt ein Kreuzbandriss nahe. Behandeln kann man das mit Physiotherapie oder Operation. Skirennfahrerin Lindsey Vonn hatte sich trotz eines Kreuzbandrisses für einen Olympia-Start entschieden. Und stürzte beim Abfahrtsrennen am Sonntag schwer.
