Nicht alle Papiere, die im politischen Betrieb entstehen, sind unbedingt lesenswert. Die Nationale Sicherheitsstrategie der Vereinigten Staaten – im Original: National Security Strategy (NSS) – gehört allerdings zu den relevanteren Dokumenten. Sie wird im Weißen Haus regelmäßig neu geschrieben. Sie ist erstens ein Zustandsbericht der Welt und deren Gefahren und beschreibt zweitens, wie die US-Regierung damit umgehen will. Das Strategiepapier geht zurück auf ein Gesetz aus dem Jahr 1986, mit dem das US-Verteidigungsministerium neu organisiert wurde. Ziel ist es, dass das Weiße Haus den Gesetzgeber über seine Sicherheitspolitik informiert. Eines der Strategiepapiere, die am meisten Aufsehen erregten, stammt aus dem Jahr 2002: Darin erklärte die Regierung von US-Präsident George W. Bush als Antwort auf den Terror am 11. September 2001, dass vorbeugende Angriffe zulässig seien, um die USA zu schützen. Nun ist die erste Strategie der zweiten Regierung Donald Trumps erschienen; sie geht insbesondere mit den europäischen Verbündeten hart ins Gericht und löst deswegen Kontroversen auf beiden Seiten des Atlantiks aus.
