SZ 24.11.2025
12:52 Uhr

(+) Zum Tod von Udo Kier: Der Menschenfreund mit dem Talent zum Bösen


Kaum ein Schauspieler hat so oft Nazis gespielt und andere Fieslinge. Ein Nachruf auf einen Meister der Groteske.

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Den Nazi hatte er so oft gespielt, den Deutschen mit den Augen aus gefrorenem Stahl, geschmiedet in der Hölle. Nun, in Udo Kiers letztem großen Auftritt auf der Leinwand, in Kleber Mendonça Filhos „The Secret Agent“, war er Hans, ein Schneider im Brasilien der Siebzigerjahre. Der korrupte Polizeichef führt ihn einem Besucher vor wie eine Karnevalsattraktion. Er solle seine Narben zeigen, fordert der Kommandant. Aber Hans steht auf, geht im Raum herum, flucht auf Deutsch; seine Augen funkeln wütend. Er ist gar kein geflohener Nazi, sondern Jude, aber das möchte er offenbar geheim halten. Die Szene ist wie ein Film im Film – über Udo Kier.

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