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15.12.2025
11:38 Uhr
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Im Prozess um das Zugunglück bei Garmisch bleibt von den schweren Vorwürfen gegen den angeklagten Fahrdienstleiter bislang wenig übrig. Vielmehr zeigt sich immer mehr, in welch verheerendem Zustand die Deutsche Bahn ist.

Ein Jahr bevor dieser Zug in Garmisch-Partenkirchen entgleiste, wurden in der Nähe von Passau ebenfalls schadhafte Schwellen entdeckt und ausgetauscht. Andere Netzbezirke erfuhren davon so gut wie nichts. (Foto: Angelika Warmuth/dpa)
Die Vernehmung im Münchner Justizzentrum ist schon fast zu Ende, draußen ist es längst dunkel, da zaubert der Zeuge plötzlich noch ein Dokument aus einer seiner Hosentaschen. Ein paar Blatt Papier, mit Fotos darauf, von kaputten Betonschwellen. Schwellen wie jene, die am 3. Juni 2022 um die Mittagszeit im Ortsteil Burgrain von Garmisch-Partenkirchen gebrochen waren, woraufhin ein Regionalzug auf dem Weg nach München entgleiste. Fünf Fahrgäste kamen ums Leben, viele wurden verletzt. Jetzt untersucht das Landgericht München II in einem langen Prozess, wie es zu dem Unglück kam und wer dafür verantwortlich sein könnte.
Ein Notfallmanager der Deutschen Bahn schildert bei Gericht zunächst nur sehr zögerlich das Verhalten seines Vorgesetzten, eines Betriebsleiters. Eine detaillierte Aussage macht der Zeuge erst, als ihm der Vorsitzende Richter mit Gefängnis droht und kritisiert: „Das ist krass, was Sie sich hier erlauben.“
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