SZ 27.11.2025
15:50 Uhr

(+) Wohnungslose Frauen: Die Unsichtbaren


Mehr als eine Million Menschen in Deutschland haben keine Wohnung. Von den betroffenen Frauen wollen viele nicht, dass man das merkt – sie schlafen auf Sofas von Bekannten, sitzen nachts im 24-Stunden-Café. Unterwegs mit zwei von ihnen in Berlin.

(+) Wohnungslose Frauen: Die Unsichtbaren
(Foto: Olivia von Pilgrim)

Sie beherrscht sie gut, die Kunst der Tarnung, und was nicht sein soll, blendet sie einfach weg. Oder sagt es nur so nebenbei: „Ich habe heute kein Bett.“ Karin Hambacher fällt auch gar nicht weiter auf auf diesem Holzstuhl, auf dem sie bis zum Morgen sitzen und ihre Müdigkeit niederkämpfen wird: eine liebenswürdige kleine Dame von 70 Jahren in einem Café am Berliner Flughafen. Sie tut so, als sei sie als Touristin hier. Neben ihr steht der Koffer mit den Büchern und diesen Aufsätzen. Bloß nicht hinlegen, sagt sie, keinesfalls. „Das würde Ärger geben.“

Kein Frauenbesuch auf den Zimmern, kein Alkohol im Foyer, wenig Miete: Im Ledigenheim in München wohnen Menschen aus 50 Nationen. Besuch in einer besonderen Einrichtung.

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