Halb vier Uhr morgens in Deutschland. Über dem niederrheinischen Uedem liegt noch Dunkelheit, als im fensterlosen Zentrum des Weltraumkommandos der Bundeswehr der Alarm losgeht. Was sich in jener Nacht des 15. November 2021 in der Kommandozentrale des Weltraumlagezentrums zeigt, wird keiner so schnell vergessen. Damals hatte Russland heimlich einen Anti-Satelliten-Test vorbereitet und einen eigenen Satelliten im Orbit mit einer schweren Rakete zerstört. Die Soldaten in Uedem verfolgten am Boden in Echtzeit, wie sich die Trümmerwolke ausbreitete. Plötzlich war ein Angriff im All keine theoretische Möglichkeit mehr, sondern eine konkrete Option – genauso gut hätte ein deutscher oder europäischer Satellit getroffen werden können.
