SZ 23.06.2026
23:13 Uhr

(+) Verkehr: Bahnverkehr wegen Funkstörung bundesweit eingestellt


Grund ist eine Störung des digitalen Bahnfunks, teilt der Konzern mit. Alle Züge werden in Bahnhöfen zurückgehalten. Das gilt für den Fernverkehr genauso wie für S-Bahnen. Fahrgäste sitzen fest.

(+) Verkehr: Bahnverkehr wegen Funkstörung bundesweit eingestellt

Der Verkehr der Deutschen Bahn ist wegen einer Funkstörung bundesweit eingestellt. Das bestätigte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Abend der Nachrichtenagentur dpa. Vorläufig werden demnach alle Züge an Bahnhöfen zurückgehalten, in einer Verkehrsmeldung der Bahn ist die Rede von einer „kontrollierten Einstellung des Zugverkehrs“. Wie lange keine Züge fahren, ist unklar. Später hieß es, die Bahn habe die Ursache identifiziert. Mehr Informationen gab es dazu aber nicht.

Zuvor hatte Bahn-Chefin Evelyn Palla der Bild-Zeitung gesagt: „Wir versuchen jetzt, die Züge in die Bahnhöfe zu bekommen, damit die Reisenden aussteigen können. Und dann müssen wir das Problem, das wir noch nicht kennen, beheben.“

Unter der Überschrift „Bayernweit / Bundesweit“ teilte der ⁠Konzern am späten Abend mit: „Aufgrund einer ‌bundesweiten IT-Störung, welche die internen Kommunikationskanäle betrifft, ist der Zugverkehr in Bayern nur stark eingeschränkt bis gar nicht möglich. Weitere Informationen ‌folgen.“ Den Angaben des Sprechers zufolge ist der digitale Bahnfunk GSM-R gestört. „Unsere Techniker sind mit Hochdruck daran, die Störung zu beheben“, sagte er.

Der Ausfall betrifft auch S-Bahnen. So teilte die S-Bahn München beispielsweise via Kurznachrichtendienst Bluesky mit: „Im Gesamtnetz sind keine Zugfahrten möglich. Die S-Bahnen werden derzeit zurückgehalten.“ Die Polizei Gelsenkirchen postete auf X, dass der „gesamte Zugverkehr in NRW“ lahm liege. Auch der komplette Berliner S-Bahn-Verkehr liegt still. In Stuttgart hieß es: „Derzeit werden alle S-Bahnen im gesamten S-Bahn-Netz an den Bahnsteigen zum Halten gebracht.“

Auch das norddeutsche Verkehrsunternehmen Metronom informiert seine Fahrgäste am späten Dienstagabend über die Störung – und bittet um Geduld. „Nach aktuellem Stand rechnen wir am heutigen Abend nicht mehr mit einer stabilen und geordneten Wiederaufnahme des Zugverkehrs“, ist auf der Homepage des Anbieters zu lesen.

Dort ist auch erklärt, was für eine Technik genau eigentlich ausgefallen ist. Der Zugfunk GSM-R sei „das zentrale Kommunikationsmittel zwischen den Lokführerinnen und Lokführern im Zug und den Fahrdienstleiterinnen und Fahrdienstleitern auf den Stellwerken des Netzbetreibers DB InfraGO AG.“

„Wir wurden über eine Durchsage von der Störung informiert“, sagte ein Zuggast, der in einem ICE zwischen Würzburg und Nürnberg zunächst auf freier Strecke bei Markt Bibart stand, der Süddeutschen Zeitung. „Wir wissen auch nicht mehr als das, was offiziell von der Bahn mitgeteilt wurde.“ Noch sei die Stimmung gut, sogar die Klimaanlage laufe noch, was bei der Hitze draußen von Vorteil sei. Man sei informiert worden, dass man sich Wasser holen könne. Sein Zug von Hamburg nach München sei um 22.20 Uhr stehen geblieben. Sechs Minuten später habe es eine Lautsprecheransage gegeben. „Das hört sich nicht so an, als würde das Problem schnell gelöst werden.“ Um kurz vor Mitternacht sei der Zug dann rückwärts in den Bahnhof von Markt Bibart gefahren, dort durften alle aussteigen. Dort würden Mitreisende Taxis organisieren.

Um gestrandeten Fahrgästen zu helfen, gibt die Deutsche Bahn Taxi- und Hotelgutscheine aus. „Dort, wo es möglich ist, werden Aufenthaltszüge zur Verfügung gestellt“, sagte ein Bahn-Sprecher der dpa. „Die DB entschuldigt sich bei den Reisenden für die Situation.“

Mit Material der Nachrichtenagenturen dpa und Reuters

Wer mit dem Zug in ein anderes Land fährt, muss oft mehrere Tickets bei unterschiedlichen Anbietern kaufen und selbst auf funktionierende Umstiege achten. Damit soll künftig Schluss sein.

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