SZ 11.12.2025
03:29 Uhr

(+) Venezolanische Oppositionsführerin: Friedensnobelpreisträgerin Machado in Oslo eingetroffen


Wenige Stunden nach der Preisverleihung ist die venezolanische Oppositionsführerin in Norwegen angekommen – trotz der Repressalien der autoritären Führung in ihrem Heimatland.

(+) Venezolanische Oppositionsführerin: Friedensnobelpreisträgerin Machado in Oslo eingetroffen

Die neue Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado ist Stunden nach der offiziellen Preisverleihung in Oslo eingetroffen. Die venezolanische Oppositionsführerin zeigte sich in der Nacht auf Donnerstag auf dem Balkon eines Hotels in der norwegischen Hauptstadt.

Danach begrüßte die Gegnerin von Venezuelas autoritärem Staatschef Nicolás Maduro ihre Anhänger. Medienberichten zufolge war sie von Venezuela zunächst per Boot auf die Karibikinsel Curaçao gebracht worden und dann mit einem Privatflugzeug über die USA nach Norwegen geflogen.

Machado war am Mittwoch in Abwesenheit „für ihren unermüdlichen Einsatz für die demokratischen Rechte des venezolanischen Volkes und für ihren Kampf für einen gerechten und friedlichen Übergang von Diktatur zur Demokratie“ mit dem diesjährigen Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden. Da sie es nicht pünktlich zur Verleihung schaffte, nahm ihre Tochter Ana Corina Sosa Machado den Preis im Osloer Rathaus für sie entgegen.

Machado ist die wichtigste Vertreterin der venezolanischen Opposition. Sie war im vergangenen Jahr die treibende Kraft hinter der Kampagne des Oppositionskandidaten Edmundo González, der die Präsidentenwahl nach Einschätzung der Regierungsgegner und zahlreicher Drittstaaten gewann. Trotz der Betrugsvorwürfe ließ sich der autoritäre Präsident Maduro allerdings zum Sieger erklären. González ging daraufhin nach Spanien ins Exil. Auch zahlreiche andere Oppositionelle sind längst ins Ausland geflohen.

In Venezuela wird unter anderem wegen Vaterlandsverrats gegen Machado ermittelt. Vor ihrer Reise nach Oslo lebte sie seit mehr als einem Jahr weitgehend im Untergrund. Die Staatsanwaltschaft hatte angekündigt, Machado als flüchtig zu betrachten, sollte sie das Land verlassen. Bei einer Rückkehr nach Venezuela könnte sie demnach festgenommen werden. Denkbar wäre aber auch, dass ihr die Einreise in ihr Heimatland verweigert wird.

Die Friedensnobelpreisträgerin kann nicht bei der Verleihung sein, heißt es zunächst – wegen der Drohungen der autoritären Führung in ihrer Heimat Venezuela. Dann ist sie plötzlich unterwegs.

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