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04.01.2026
10:15 Uhr
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Nach der Gefangennahme des venezolanischen Machthabers zeigt ihn das Weiße Haus im Metropolitan Detention Center in Brooklyn – mit Mütze, Schlappen und Socken.

Der venezolanische Machthaber Nicolás Maduro ist nach der Entführung durch die US-Streitkräfte aus Venezuela nach New York gebracht worden. Dort soll er im Stadtteil Brooklyn im Metropolitan Detention Center bis zu seinem Prozess festgehalten werden.
Das Weiße Haus hat auf der Plattform X ein Video veröffentlicht, das zeigt, wie Beamte der US-Drogenpolizei DEA Maduro in Handschellen in einem Gang des Gebäudes abführen.
Maduro, der trotz einer mutmaßlich verlorenen Wahl das Präsidentenamt nicht abgegeben hat, soll sich in New York vor Gericht verantworten, ihm und seiner ebenfalls festgenommenen Frau Cilia Flores wirft das US-Justizministerium unter anderem „Verschwörung zum Drogenterrorismus“ sowie „Verschwörung zum Kokainimport“ vor. Er habe über 25 Jahre eine Schlüsselrolle gespielt in einer „Verschwörung zum Kokainhandel in die USA“, mithilfe regionaler Drogen- und Terrorgruppen. Dazu gehören etwa das Sinaloa-Kartell und die „Tren de Aragua“.
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Am Montag soll er der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erstmals vor Gericht erscheinen. Sollte er verurteilt werden, drohen ihm lebenslange Haft.
Die USA hatten den venezolanischen Präsidenten 2020 angeklagt und eine Belohnung von 50 Millionen Dollar ausgesetzt für Hinweise, die zu seiner Festnahme führen würden. Die aktuelle Anklageschrift betrifft nun auch Maduros Frau und seinen Sohn. Der Präsident bestreitet die Vorwürfe.
Dem US-Justizministerium zufolge soll Maduro zwischen 2000 und 2006 als Mitglied der Nationalversammlung große Mengen Kokain transportiert haben, zwischen 2006 und 2013 habe er als Außenminister Drogenhändlern venezolanische Pässe ausgestellt und Flugzeugen, die Drogengelder aus Mexiko transportierten, mit diplomatischem Schutz versehen. Als Präsident habe er die Korruption in seinem Land, die durch Kokain angeheizt worden sei, zu seinem Vorteil und dem seiner Familie und dem von Regimemitgliedern genutzt.
Angeklagt sind auch Maduros Frau, sein Sohn Nicolás Ernesto Maduro Guerra und Diosdado Cabello Rondón, Minister für Inneres, Justiz und Frieden, außerdem der Politiker Ramón Rodríguez Chacín und der mutmaßliche Kopf der „Tren de Aragua“, Hector Rusthenford Guerrero Flores.
Präsident Maduro ist gestürzt, wie aber geht es weiter in Venezuela? Ein denkwürdiger Auftritt Donald Trumps nährt den Verdacht, dass die USA dafür keinen konkreten Plan haben – auch wenn der US-Präsident ankündigt, man werde das Land nun selbst regieren.
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