SZ 17.02.2026
11:05 Uhr

(+) USA: Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson ist tot


Der Baptistenpastor und demokratische Politiker ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Das teilt seine Familie mit.

(+) USA: Bürgerrechtsaktivist Jesse Jackson ist tot
Jesse Jackson im Jahr 2024. (Foto: Zach D Roberts/NurPhoto/IMAGO)

Jesse Jackson, US-Bürgerrechtsaktivist, Baptistenpastor und Politiker der Demokraten, ist im Alter von 84 Jahren gestorben. Er sei friedlich im Kreis seiner Lieben gestorben, wie seine Familie mitteilt.

Jackson erlangte Bekanntheit in den 1960er-Jahren als Bürgerrechtler im Gefolge von Martin Luther King. Nach Kings Ermordung am 4. April 1968 war Jackson es, der mit blutigem Hemd im Fernsehen die Nachricht vom Attentat verkündete.

In Chicago war Jackson 1968 zum Baptistenpfarrer ordiniert worden. 1971 gründete er seine eigene Bürgerrechtsbewegung und entwickelte sich zu einem der wichtigsten Fürsprecher der schwarzen Bevölkerung der USA. Zweimal, 1984 und 1988, bewarb er sich erfolglos um die Präsidentschaftskandidatur der Demokratischen Partei.

„Sein unerschütterliches Engagement für Gerechtigkeit, Gleichheit und Menschenrechte trug dazu bei, eine globale Bewegung für Freiheit und Würde zu formen“, heißt es in einem Statement der von ihm gegründeten Stiftung Rainbow Push Coalition unter Berufung auf Jacksons Familie. „Unser Vater war ein dienender Anführer – nicht nur für unsere Familie, sondern für die Unterdrückten, die Stimmlosen und die Übersehenen auf der ganzen Welt.“

Jacksons Gesundheit war seit Jahren angeschlagen. 2017 machte er seine Parkinsonerkrankung öffentlich. Im August 2021 mussten seine Ehefrau und er nach einer Corona-Infektion im Krankenhaus behandelt werden.

Korrektur: In einer früheren Version dieses Artikels wurde Jackson als früherer Präsidentschaftskandidat der Demokraten bezeichnet. Das ist falsch, er bewarb sich lediglich um die Kandidatur. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.

Der bekannteste Bürgerrechtler der USA war charismatisch, furchtlos, talentiert, emphatisch. Er war auch: Ein Plagiator, Hochstapler, Ehebrecher und Selbstzweifler. Starautor Jonathan Eig zeichnet mithilfe neuer Quellen ein treffendes Bild eines Mannes voller Widersprüche.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: