Filip Turek sah sich eigentlich schon als neuer Außenminister Tschechiens. Seine Autofahrer-Partei „Motoristé sobě“ wird Teil der neuen Koalitionsregierung in Prag sein, geführt von dem Populisten Andrej Babiš, der am Dienstag vom Präsidenten zum Premier ernannt wurde. Als Außenminister, das ließ Turek also schon im November wissen, werde er die militärische Unterstützung für die Ukraine reduzieren. Humanitäre Hilfe werde noch geleistet, mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin werde man „pragmatisch und im Sinne der Wahrung nationaler Interessen“ verhandeln. Aus Turek spricht sein Gönner und Förderer Václav Klaus, der frühere Präsident Tschechiens. Dieser betreibt ein eigenes politisches Institut und unterstützt die Autofahrer-Partei. Vordergründig bekennt sich Turek gern zu Nato und EU. Nur müsse sich die EU eben grundlegend verändern. Hin zu mehr Souveränität der Mitgliedstaaten. Auch darin ist er sich mit den Rechts- und Linkspopulisten und Nationalisten in anderen Ländern einig. Für Turek gilt: Tschechien zuerst.
