SZ 23.02.2026
17:38 Uhr

(+) Theater: Wie ein zu langer Abend im Salon


Gegen Ende der Intendanz von Wilfried Schulz will es das Düsseldorfer Schauspielhaus noch mal krachen lassen: „Krieg und Frieden“, inszeniert von Tilmann Köhler, ist ein Ensemble-Spektakel. Aber leider nicht mehr.

(+) Theater: Wie ein zu langer Abend im Salon
Die Freunde Andrej (Jonas Friedrich Leonhardi, links) und Pierre (Matthias Reichwald): Einer wird im Krieg fallen, der andere die Frau heiraten, die auch sein Freund geliebt hat. (Foto: Thomas Rabsch/Thomas Rabsch)

Nach zehn Jahren neigt sich die Intendanz von Wilfried Schulz am Düsseldorfer Schauspielhaus dem Ende entgegen. Der Intendant ist meistens gut gelaunt, und er hat Gründe dafür: Sein Haus steht solide da, wurde vor ein paar Jahren wunderschön renoviert, die Besucherzahlen sind kontinuierlich gestiegen, auch die Magnolien vor den Foyerfenstern, die vor Schulz' Antritt bei einem schlimmen Sturm geköpft wurden wie wehrlose Tulpen, blühen im Frühjahr herrlich wie eh und je. Jetzt klopft der Nachfolger, ein umgänglicher Schweizer namens Andreas Karlaganis, an die Pforte, und auch wenn er das Personal stark verändern wird, muss man sagen: Dieses Ensemble kann sich sehen lassen. Und das ist schon die halbe Miete (nicht die ganze) für eine Großproduktion wie Tolstois „Krieg und Frieden“.

Das politische Theater ist viel zu selbstgerecht geworden. Anstatt das Publikum mit wohlfeilen Demo-Parolen zu belehren, sollte man es ernst nehmen. Und auch unliebsame Gedanken auf die Bühne bringen.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: