SZ 18.01.2026
11:19 Uhr

(+) Theater: Sex versus Sorgerecht


Wie radikal kann eine Frau und Mutter aus ihrem Leben aussteigen? Die Münchner Kammerspiele adaptieren Constance Debrés Roman „Love me tender“ für die Bühne und machen daraus einen furiosen Drei-Königinnen-Abend.

(+) Theater: Sex versus Sorgerecht
Eng verbunden in einer Figur: Katharina Bach, Jelena Kuljić und Annette Paulmann (von links) spielen im raschen Wechsel die Hauptfigur in „Love me tender“ an den Münchner Kammerspielen. (Foto: Armin Smailovic)

Die Ausgangssituation ist entsetzlich lähmend: In Constance Debrés Roman „Love Me Tender“ gibt es keine wörtliche Rede, hier und da mal einen angedeuteten, knappen Dialog. Der stark autobiografische Text der französischen Autorin gleicht eher einem Protokoll, dem Bericht einer Frau, die aus ihrem bürgerlichen Leben als Anwältin und Mutter aussteigt, sich fortan mit Frauen trifft – wobei hier „ficken“ ihre liebste Vokabel ist – und an dem Sorgerechtsstreit um ihren Sohn fast zerbricht. „Love Me Tender“ ist kein Text für die Bühne. Wie zum Trotz beweist Felicitas Brucker mit ihrer Inszenierung an den Münchner Kammerspielen das Gegenteil, sie macht daraus einen furiosen Schauspielerinnen-Abend.

Die Münchner Kammerspiele sind mit gleich zwei Inszenierungen zum Berliner Theatertreffen eingeladen: Das Festival im Mai zeigt, was in den vergangenen Monaten aufregend war auf deutschsprachigen Bühnen. Und startet mit Selbstermutigung.

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