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01.03.2026
14:48 Uhr
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Die Uraufführung von Noah Haidles „Spirit and the Dust“ am Deutschen Theater Berlin tut sich schwer, dem schwachen Stück Leben einzuhauchen – aber zum Glück gibt’s ja noch das tolle Ensemble um Corinna Harfouch.

Großartige Coolness: Corinna Harfouch als Immobilienmaklerin Hope in „Spirit and the Dust“. (Foto: Eike Walkenhorst)
Wie viele Schicksalsschläge passen in zwei Theaterstunden mit sechs Figuren aus der weißen Mittelschicht? Jede Menge, lautet die Antwort des amerikanischen Dramatikers Noah Haidle in seinem neuen Stück „Spirit and the Dust“. Weil sich seine schön übersichtlich konstruierten Stücke im deutschen Theaterbetrieb einiger Beliebtheit erfreuen, vielleicht auch, weil die Haidle-Nachfrage am US-Theatermarkt etwas schwächelt, kam die Uraufführung jetzt am Deutschen Theater Berlin heraus. Nach eigenen Angaben hat der 46-jährige Haidle bisher über 75 Stücke geschrieben. Offenbar stößt seine kleine Plot-Fabrik die Dialoge und Figurenkonstellation schneller aus, als ein Algorithmus braucht, um Drehbücher für Netflix-Serien für das statistisch wahrscheinliche Publikumsinteresse zu optimieren.
Das politische Theater ist viel zu selbstgerecht geworden. Anstatt das Publikum mit wohlfeilen Demo-Parolen zu belehren, sollte man es ernst nehmen. Und auch unliebsame Gedanken auf die Bühne bringen.
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