SZ 14.12.2025
21:28 Uhr

(+) Sydney: Zahl der Toten nach Terrorangriff gegen Juden steigt auf 16


Die Polizei spricht von einem Angriff auf die jüdische Gemeinschaft von Sydney. Ziel war ein Chanukka-Fest an dem weltweit bekannten Strand der Stadt.

(+) Sydney: Zahl der Toten nach Terrorangriff gegen Juden steigt auf 16
Passanten am Bondi Beach. (Foto: George Chan/Getty Images)

Nach dem Terroranschlag auf ein jüdisches Fest in der australischen Metropole Sydney geben die Behörden die Zahl der Toten nun mit 16 an. 14 seien am Tatort gestorben, eine Zehnjährige und ein 40-Jähriger im Krankenhaus. 40 Menschen seien weiterhin im Krankenhaus, teilte die Polizei von New South Wales auf der Plattform X mit. Fünf von ihnen seien in kritischem Zustand.

Die Polizei geht von zwei Attentätern aus. Einer der Schützen, ein 50 Jahre alter Mann, wurde am Tatort von der Polizei erschossen. Der andere, ein 24-Jähriger, sei schwer verletzt und unter Polizeiaufsicht ins Krankenhaus gekommen. Nach Angaben des israelischen Außenministeriums ist mindestens ein Israeli unter den Toten. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot teilte mit, dass eines der Todesopfer Franzose war.

Ziel des Angriffs am berühmten Strand Bondi Beach war eine Veranstaltung zum jüdischen Chanukka-Fest. Das Lichterfest beginnt in diesem Jahr an diesem Sonntag und endet am 22. Dezember. Mehr als 1000 Menschen waren nach Polizeiangaben dort, als die Schüsse fielen. Die Polizei stuft die Tat als „terroristischen Vorfall“ ein. Premierminister Anthony Albanese sprach auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Canberra von „einem gezielten Terroranschlag auf die jüdische Gemeinschaft“. Der Anschlag sei ein „bösartiger Fall von Antisemitismus“.

Es sei ein „improvisierter Sprengsatz“ im Auto eines der Täter gefunden worden, sagte der Polizeipräsident von New South Wales, Malcolm Arthur Lanyon. Der Sprengsatz, die für den Angriff genutzten Langwaffen sowie das Ziel des Anschlags – die jüdische Gemeinde – führten dazu, dass man den Anschlag als terroristischen Vorfall einstufe, so Lanyon. Der berühmte Strand Bondi Beach bleibt am Montag geschlossen.

Auf die Frage von Journalisten, wie man die Planung einer solchen Tat übersehen haben könne, antwortete Lanyon ausweichend. Der Polizeipräsident versicherte, dass Beamte rund um die Chanukka-Veranstaltung im Einsatz gewesen seien, was auch die prompte Reaktion der Sicherheitskräfte belege.

Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog sprach kurz nach den Schüssen von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. „In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden“, erklärte Herzog in Jerusalem. „Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“

Der israelische Außenminister Gideon Saar reagierte ebenfalls mit scharfer Kritik an der australischen Regierung. „Ich bin entsetzt über den mörderischen Schussangriff bei einer Chanukka-Veranstaltung in Sydney, Australien“, schrieb er auf X. „Dies sind die Folgen der antisemitischen Randale auf den Straßen Australiens in den vergangenen zwei Jahren, die durch die antisemitischen und aufrührerischen Aufrufe ‚Globalisiert die Intifada‘ vorangetrieben wurde, die man heute umgesetzt hat“, sagte Saar.

In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die die mutmaßlichen Schützen zeigen. Es sind mehrere Schüsse, Polizeisirenen und Schreie zu hören. Augenzeugen berichteten in TV-Interviews von mehr als 50 Schüssen auf die Teilnehmer der Veranstaltung zum jüdischen Lichterfest. „Alle rannten los. Zwei Polizisten lagen neben mir auf dem Boden, überall war Blut“, sagte ein Betroffener.

Ein anderes Video zeigt Menschen, die in Panik den Strand verlassen. Auch ein Video von der augenscheinlichen Festnahme der Täter wird geteilt. Ein weiteres Video zeigt einen Mann, der sich von hinten dem mutmaßlichen Schützen nähert und ihn zu Boden ringt. Die Echtheit der Videos kann nicht verifiziert werden.

Das Chanukka-Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels 164 vor Christus in Jerusalem und an den Sieg des jüdischen Volkes über die Besatzer. In Erinnerung daran wird in Häusern und Synagogen während des Lichterfestes jeden Abend eine neue Kerze am neunarmigen Chanukka-Leuchter entzündet.

Mit Material der dpa

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