SZ 14.12.2025
20:36 Uhr

(+) Sydney: Zahl der Toten nach Terrorangriff auf Juden steigt auf 16


Die Polizei spricht von einem Angriff auf die jüdische Gemeinschaft von Sydney. Ziel war ein Chanukka-Fest an dem weltweit bekannten Strand der Stadt.

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Nach dem Terroranschlag auf ein jüdisches Fest in der australischen Metropole Sydney geben die Behörden die Zahl der Toten nun mit 16 an. 40 Menschen seien weiterhin im Krankenhaus, teilte die Polizei von New South Wales auf der Plattform X mit. In einem Pressestatement hatte Chris Minns, Regierungschef von New South Wales, zuvor von zwölf Toten gesprochen, darunter sei auch einer der beiden Schützen. Der andere Schütze sei in einem kritischen Zustand. Wer die nun gemeldeten vier weiteren Todesopfer sind, ist bislang nicht bekannt.

Ziel des Angriffs am berühmten Strand Bondi Beach war eine Veranstaltung zum jüdischen Chanukka-Fest. Das Lichterfest beginnt in diesem Jahr an diesem Sonntag und endet am 22. Dezember. Die Polizei stuft die Tat als „terroristischen Vorfall“ ein. Premierminister Anthony Albanese sprach auf einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Canberra von „einem gezielten Terroranschlag auf die jüdische Gemeinschaft“. Der Anschlag sei ein „bösartiger Fall von Antisemitismus“.

Es sei ein „improvisierter Sprengsatz“ im Auto eines der Täter gefunden worden, sagte der Polizeipräsident von New South Wales, Malcolm Arthur Lanyon. Der Sprengsatz, die für den Angriff genutzten Langwaffen sowie das Ziel des Anschlags – die jüdische Gemeinde – führten dazu, dass man den Anschlag als terroristischen Vorfall einstufe, so Lanyon.

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Auch weiterhin forderte die Polizei die Menschen auf, das Gebiet zu meiden. Der berühmte Strand bleibt am Montag geschlossen. Lanyon sagte, er habe der Polizei Sonderbefugnisse erteilt, für den Fall, dass es einen dritten Täter gebe. Das werde derzeit noch untersucht. Einer der Täter war der Polizei bekannt. Die Polizei habe aber keine akute Bedrohung von dem Mann erkennen können. Auf die Frage von Journalisten, wie man die Planung einer solchen Tat übersehen haben könne, antwortete Lanyon ausweichend. Der Polizeipräsident versicherte, dass Beamte rund um die Chanukka-Veranstaltung im Einsatz gewesen seien, was auch die prompte Reaktion der Sicherheitskräfte belege.

Der israelische Staatspräsident Isaac Herzog sprach kurz nach den Schüssen von einem Anschlag auf die jüdische Gemeinde. „In genau diesen Momenten sind unsere Schwestern und Brüder in Sydney, Australien, von abscheulichen Terroristen angegriffen worden – bei einem äußerst grausamen Angriff auf Juden, die sich versammelt hatten, um am Bondi Beach die erste Chanukka-Kerze zu entzünden“, erklärte Herzog in Jerusalem. „Wir wiederholen unsere Warnungen immer wieder gegenüber der australischen Regierung, um Maßnahmen einzufordern und gegen die enorme Welle des Antisemitismus zu kämpfen, die die australische Gesellschaft heimsucht.“

Der israelische Außenminister Gideon Saar reagierte ebenfalls mit scharfer Kritik an der australischen Regierung. „Ich bin entsetzt über den mörderischen Schussangriff bei einer Chanukka-Veranstaltung in Sydney, Australien“, schrieb er auf X. „Dies sind die Folgen der antisemitischen Randale auf den Straßen Australiens in den vergangenen zwei Jahren, die durch die antisemitischen und aufrührerischen Aufrufe ‚Globalisiert die Intifada‘ vorangetrieben wurde, die man heute umgesetzt hat“, sagte Saar.

In sozialen Medien wurden Videos geteilt, die die mutmaßlichen Schützen zeigen. Es sind mehrere Schüsse, Polizeisirenen und Schreie zu hören. Augenzeugen berichteten in TV-Interviews von mehr als 50 Schüssen auf die Teilnehmer der Veranstaltung zum jüdischen Lichterfest. „Alle rannten los. Zwei Polizisten lagen neben mir auf dem Boden, überall war Blut“, sagte ein Betroffener.

Ein anderes Video zeigt Menschen, die in Panik den Strand verlassen. Auch ein Video von der augenscheinlichen Festnahme der Täter wird geteilt. Ein weiteres Video zeigt einen Mann, der sich von hinten dem mutmaßlichen Schützen nähert und ihn zu Boden ringt. Die Echtheit der Videos kann nicht verifiziert werden.

Das Chanukka-Fest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten jüdischen Tempels 164 vor Christus in Jerusalem und an den Sieg des jüdischen Volkes über die Besatzer. In Erinnerung daran wird in Häusern und Synagogen während des Lichterfestes jeden Abend eine neue Kerze am neunarmigen Chanukka-Leuchter entzündet.

Mit Material der dpa

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