SZ 30.12.2025
12:34 Uhr

(+) Südafrika: Wessen Stadt ist das hier?


Immer mehr Deutsche zieht es über die Wintermonate zum Arbeiten ins warme Kapstadt. Sie schwärmen von Stränden und günstigen Preisen, während Einheimische sich die Stadt kaum noch leisten können. Die Wut auf die Besucher wächst.

(+) Südafrika: Wessen Stadt ist das hier?

Matthias Koppenborg sieht nach Arbeit und Urlaub gleichzeitig aus. Oben die Arbeit: zur Seite gegelte Haare, weißes Hemd. Unten der Urlaub: Jeans-Short, barfuß. „Im Online-Meeting sieht man ja eh nur den Oberkörper“, sagt Koppenborg. Diese Meetings, manchmal bis zu 18 am Tag, die meisten nicht länger als eine halbe Stunde, hat er aktuell an einem kleinen Tisch im Schlafzimmer seiner Kurzzeitwohnung. Da hat er sich ein Set-up aufgebaut: Laptop, ein mobiler zweiter Bildschirm, ein Mikrofon und eine Tageslichtlampe. Wobei es hier an Tageslicht nicht gerade fehlt. Schaut Koppenborg, 31, aus dem großen Fenster in seinem Schlafzimmer, sieht er Palmen, schicke Apartmenthäuser und die drei berühmten Berggipfel der Stadt: Signal Hill, Lion’s Head und Tafelberg. Immer wieder fliegt auch ein Paraglider vorbei, der an der Promenade landen will. Koppenborgs Wohnung liegt in der „besten Stadt der Welt“, zumindest wenn man dem britischen Telegraph und seinen Lesern glaubt: Kapstadt in Südafrika.

Niedrige Steuern, laues Klima, schnelles Internet und Fun, das ist das Versprechen Lissabons. Seit der Schuldenkrise wird die Stadt von Touristen, Digitalnomaden und Expats überrannt. Nur: Für Einheimische ist die Altstadt jetzt unbezahlbar.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Gutscheine: