SZ 30.06.2026
02:23 Uhr

(+) Stimmen zum WM-Aus: Nagelsmann schließt Rücktritt aus


„Ich stehe bereit, wenn man das möchte“, sagt der Bundestrainer. Er will seinen Vertrag erfüllen. Kai Havertz möchte sich entschuldigen. Die Stimmen.

(+) Stimmen zum WM-Aus: Nagelsmann schließt Rücktritt aus

Julian Nagelsmann (Bundestrainer): „Die Enttäuschung ist extrem groß, weil ich finde, dass wir echt eine sehr homogene Mannschaft haben. Es hat sich nicht abgezeichnet, dass wir heute ausscheiden. Es wäre mehr möglich gewesen. Wir hätten uns schon gerne mit Frankreich duelliert. Ich stehe bereit, wenn man das möchte, und wenn man mich nicht möchte, muss man mir das sagen. Ich bin keiner, der wegläuft. Ich möchte weitermachen, aber im Fußball hat man es nicht immer in der Hand. Wenn der DFB es möchte, dann bereite ich die Europameisterschaft vor und die Nations League.“

Rudi Völler (DFB-Sportdirektor): „Wir sind alle enttäuscht, wir hatten uns mehr ausgerechnet, es war auch mehr drin. Wir waren optimistisch, hatten einen tollen Teamgeist. Die Mannschaft hat gefightet bis zum Umfallen. Tut weh. Mir fehlen ein bisschen die Worte jetzt. Wenn man die letzten drei Weltmeisterschaften nimmt, das ist für ein Fußball-Land wie Deutschland schwer zu ertragen. Ich will Julian nicht in Schutz nehmen, das braucht er gar nicht. Ich bin immer noch davon überzeugt, dass er wahrscheinlich der Richtige ist, aber ich bin nicht der DFB alleine und habe das nicht alleine zu entscheiden. Aber ich finde, er ist die richtige Person am richtigen Ort und ein absoluter Toptrainer.“

Für die internationalen Medien ist das deutsche WM-Aus  – ausgerechnet im Elfmeterschießen – die große Überraschung des Turniers. Die Pressestimmen.

Joshua Kimmich (Kapitän): „Ich kenne Deutschland als Kind vor dem Fernseher, da war immer Halbfinale, Finale. Natürlich will man das auch den Kindern und den Menschen und der jetzigen Generation geben. Fakt ist, dass wir das all den Menschen zu Hause nicht geben konnten. Das ist sehr, sehr schade, gerade in einer Zeit, wo es uns extrem gut tut und wir in Deutschland etwas haben, worauf wir stolz sein können. Die Nationalmannschaft ist es momentan leider nicht und dafür tragen wir alle Verantwortung. Dafür müssen wir auch Verantwortung übernehmen, da darf sich jetzt auch keiner rausnehmen, sondern dafür müssen wir gerade stehen, weil wir Spieler, die auf dem Platz standen, haben das verbockt. Das war nicht der Trainer, nicht die Medien, nicht der Schiedsrichter, auch nicht der Gegner, sondern das waren einzig und allein wir.“

Kai Havertz (Stürmer): „Mir fehlen noch ein bisschen die Worte, das ist jetzt meine zweite WM, das zweite Mal reingeschissen, ich kann mich nur entschuldigen, jeder ist enttäuscht kein schönes Gefühl. Paraguay hat tief verteidigt, da war es schwer Chancen zu kreieren. Aber eigentlich hat nicht viel gepasst. Wenn man, bei allem Respekt, gegen Paraguay ausscheidet, dann hat man es auch nicht verdient. Irgendwas hat uns immer gefehlt, wir Spieler müssen uns an die eigene Nase fassen.“

Jürgen Klopp (MagentaTV-Experte): „Es gab nur ein Ziel, einen Traum, der ist geplatzt. Es war dramatisch. Es gibt 500 000 Wege, ein Fußballspiel zu gewinnen. Du musst nur einen finden. Jeder im Stadion hat gedacht: Jetzt drehen sie es! Haben wir aber nicht. Wir haben sie vom Haken gelassen.“

Christian Streich (ZDF-Experte): „Elfmeterschießen ist kein Glück, dagegen habe ich mich immer gewehrt. Es geht bis zur letzten Entscheidung. Dass Deutschland Weltmeister wird, war von Anfang an außerhalb der Möglichkeit, weil es nicht in Topverfassung war. Aber wie Deutschland heute gespielt hat – wir hatten so viele Räume und haben sie liegen lassen. Der Trainer muss sich hinterfragen – und die Spieler. Was ich von einigen gesehen habe, war nicht genug. Vom Trainer auch nicht.“

Der Abwehrspieler verschießt gegen Paraguay den finalen Elfmeter, Jamal Musiala findet einen neuen Feind fürs Leben. Das DFB-Team in der Einzelkritik.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: