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14.09.2026
16:29 Uhr
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Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg wurden Tausende Dokumente nicht versandt. Zwei Monate lang bemerkte das niemand in der Behörde.

Dass der Fehler im Verwaltungssystem der Staatsanwaltschaft Hamburg überhaupt auffiel, ist aufmerksamen Anwälten zu verdanken.
Christian Charisius/dpa
Bei der Staatsanwaltschaft Hamburg ist es zu einer großen Software-Panne gekommen. Zwei Monate lang blieb in der Behörde, die die zweitgrößte Staatsanwaltschaft Deutschlands ist, unbemerkt, dass Tausende Schreiben nicht bei Beschuldigten und ihren Verteidigern ankamen.
Aufgrund eines Updates im Softwareprogramm Mesta seien seit dem 9. Juli zahlreiche digitale Dokumente nicht wie vorgesehen abgesandt worden, teilte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft mit. Mesta ist das elektronische Vorgangsbearbeitungs- und Verwaltungssystem für Strafverfahren in der Behörde.
„Insgesamt waren 17 000 Schreiben aufgelaufen“, hieß es von einer Sprecherin der Staatsanwaltschaft auf SZ-Anfrage. Darunter waren Aufforderungen zur Stellungnahme an Beschuldigte und Hinweise zur Akteneinsicht. Aber auch die Mitteilungen über die Einstellung eines Strafverfahrens.
Das Problem wurde am 7. September behoben, mittlerweile seien alle Dokumente nachträglich versandt worden, heißt es von der Staatsanwaltschaft Hamburg weiter, seit vergangenen Dienstag laufe das System wieder ordnungsgemäß.
Aufgefallen war die Megapanne durch Nachfragen von aufmerksamen Anwälten, berichtete das Abendblatt. Bei denen habe die Software-Panne nun zu erheblichem Mehraufwand geführt, „insbesondere bei der Aufarbeitung durch erneutes Herunterladen von Akten, Rückschreiben an die Staatsanwaltschaft hinsichtlich nicht mehr im Online-Portal abrufbarer Akten“, sagte der Vorsitzende des Hamburgischen Anwaltvereins, Felix Machts.
Der Behördenleiter Jörg Fröhlich hat alle Mitarbeitenden der Staatsanwaltschaft Hamburg angewiesen, Fristen großzügig zu verlängern, sofern diese in Schreiben zwischen dem 9. Juli und dem 7. September gesetzt worden waren.
„Wir bedauern sehr, dass es auf allen Seiten durch einen hier nicht bemerkten Fehler zu Mehrarbeit gekommen ist bzw. kommt“, hieß es von der Behörde, die ankündigte, prüfen zu wollen, wie ähnliche Fehler nach Software-Updates bemerkt werden können.
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