SZ 08.01.2026
13:13 Uhr

(+) Social Media: Brokkoli ist und bleibt scheiße


Da können noch so viele Möchtegern-Köche auf Social Media das Gegenteil behaupten. Unsere Autorin musste 82 Jahre alt werden, um in die unendliche Welt der Reels zu fallen. Kurz vor der finalen Verblödung konnte sie sich retten.

(+) Social Media: Brokkoli ist und bleibt scheiße
Weiß auch ohne Hochkantvideo, dass ihr Hund sie liebt: Elke Heidenreich. (Foto: Henning Kaiser/picture alliance/dpa)

Ja, ich war süchtig. Wochenlang. Ach, seien wir ehrlich: monatelang. Irgendeine Idiotin hatte gesagt: Du weißt nicht, was Reels sind? Nein, ich wusste nicht, was Reels sind. Es sind – wie Sie wissen, und ich jetzt auch – unermesslich viele Schnipselvideos, die im Internet herumgeistern, und jetzt weiß ich auch, warum so viele Menschen im Zug, im Bus, im Café, im Restaurant, sogar beim Gehen in den Straßen unentwegt auf ihren Handys herumdaddeln. Ich hatte immer gedacht, die gucken oder schreiben Nachrichten, Donnerwetter, so viel Kommunikation, gar nicht schlecht. Nein. Ganz schlecht: null Kommunikation.

Trash-Formate und Skandale zu produzieren, war einst eine Kernkompetenz des Privatfernsehens. Mittlerweile präsentiert die Trash-geschulte Gen Z in den sozialen Medien eine Selbstentblößung, gegen die RTL-Shows omahaft brav wirken.

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