SZ 18.01.2026
14:17 Uhr

(+) Ski alpin: Aicher gewinnt Super-G vor Vonn


Knapp drei Wochen vor den Winterspielen nährt Emma Aicher mit ihrem Sieg beim Super-G von Tarvisio die Hoffnungen auf einen deutschen Olympia-Coup.

(+) Ski alpin: Aicher gewinnt Super-G vor Vonn
„Die Emma ist auf der gleichen Stufe wie die Lindsey vom Gefühl her“, sagt Frauen-Bundestrainer Andreas Puelacher über Aicher. (Foto: Marco Trovati/AP)

In aller Ruhe beobachtete Emma Aicher vom Zielraum aus, wie sich eine Konkurrentin nach der anderen an ihrer Bestzeit die Zähne ausbiss. Die 22-Jährige nährt weiter die Hoffnungen auf einen deutschen Olympia-Coup. Knapp drei Wochen vor den Winterspielen in Italien gewann Aicher den Super-G von Tarvisio. Auch die Formkurve von Teamkollegin Kira Weidle-Winkelmann, die Achte wurde, zeigt weiter nach oben.

„Es ist schon noch ein Stück bis dahin“, sagte Aicher dem ZDF. Sie wolle sich einfach auf ihr Skifahren konzentrieren und auch noch ein paar gute Trainingstage sammeln. Der vierte Weltcup-Sieg der Karriere dürfte ihr dabei aber durchaus weiteren Schwung verleihen. Von oben bis unten sei sie in Tarvisio gut gefahren, meinte die Athletin vom SC Mahlstetten. Damit war sie auch wieder mal schneller als Lindsey Vonn.

Die US-Amerikanerin musste sich mit Platz zwei begnügen, wie schon bei Aichers Triumph in der zweiten Abfahrt von St. Moritz in der Schweiz im Dezember. Aicher gegen Vonn: Zeichnet sich da etwa ein kleines Duell ab? Das starke Weltcup-Comeback der 41-Jährigen, die in diesem Winter bislang in bemerkenswerter Regelmäßigkeit auf das Podest fährt, ist auf jeden Fall auch eine Art von Motivation und Inspiration für die junge Deutsche.

Frauen-Bundestrainer Andreas Puelacher wagt sogar schon erste Vergleiche. „Die Emma ist auf der gleichen Stufe wie die Lindsey vom Gefühl her“, sagte er unlängst. Vom skifahrerischen Gefühl her versteht sich. Und zwar vor allem in den schnellen Disziplinen Abfahrt und Super-G. Sie ist mittlerweile die größte Olympia-Hoffnung des deutschen Alpin-Teams, aber längst nicht die einzige.

Beim Sieg der Italienerin Nicol Delago in der Abfahrt von Tarvisio am Samstag war Weidle-Winkelmann als Zweite auf das Podium gefahren. Sieben Podestplätze stehen für die deutschen Frauen in dieser Saison in Summe schon zu Buche: vier durch Aicher, zwei durch Weidle-Winkelmann, einer durch Slalom-Spezialistin Lena Dürr. „Die Form stimmt“, sagte Weidle-Winkelmann. In Cortina d'Ampezzo war die Starnbergerin 2021 völlig überraschend zu WM-Silber in der Abfahrt gerast. An die Leistung von damals hatte sie seitdem selten anknüpfen können. Auch Aicher hat beste Erinnerungen an Cortina, sie trug dort bei der WM vor fünf Jahren ohne jegliche Weltcup-Vorerfahrung zur deutschen Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb bei.

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