|
14.02.2026
14:58 Uhr
|
Tausende Polizisten in der Stadt und Scharfschützen auf den Dächern: München wird für die Sicherheitskonferenz abgeriegelt. Die größte Kundgebung findet auf der Theresienwiese statt. In der Altstadt protestieren ganz unterschiedliche Gruppierungen für Frieden.

Neben dem Schutz der Tagungsteilnehmer dürfte das Demonstrationsgeschehen rund um die Sicherheitskonferenz die wohl größte Herausforderung für die Münchner Polizei in diesem Jahr sein. 19 Kundgebungen sind allein für Samstag und Sonntag beim Kreisverwaltungsreferat offiziell angemeldet gewesen, ein Dutzend davon im Kontext der Konferenz. Dazu gehört auch eine Solidaritätsdemo für die Menschen in Iran, zu der die Organisatoren am Samstag 100 000 Teilnehmer auf der Theresienwiese erwartet haben. Laut einer Polizeisprecherin sind es letztlich aber deutlich mehr geworden: Etwa 200 000 Menschen haben sich den Beamten zufolge auf dem Areal unter der Bavaria-Statue versammelt.
Zunächst mussten sich die Polizisten dort aber gar nicht so sehr um die Menschenmenge kümmern, sondern um den Himmel darüber: Offenbar hielten sich einige Teilnehmer nicht an das Drohnenflugverbot über der Innenstadt. Über ihre offiziellen Kanäle mahnte die Polizei dazu, sich auch die Flugbeschränkung zu halten. Während der Siko gelten in München verstärkte Sicherheitsvorkehrungen, am Boden wie in der Luft.
Grundsätzlich hat die Münchner Polizei zwar Erfahrung mit Versammlungen von großen Menschenmengen, „aber ich würde nicht sagen, dass es Business as usual ist“, sagte ihr leitender Pressesprecher Thomas Schelshorn: „Die Siko wird von Jahr zu Jahr größer.“ Entsprechend größer werden auch die Aufgaben, welche die hiesige Polizei mit größtmöglicher Gelassenheit bewältigen will. „Aufgrund der weltpolitischen Lage gehen wir von einer erhöhten abstrakten Gefahr aus“, sagte Schelshorn: „Das bedeutet aber auch, dass es keine konkreten Hinweise auf Gefährdungen gibt.“
Neben der Solidaritätsdemo für die Menschen in Iran haben um 13 Uhr dann auch zwei weitere, größere Kundgebungen begonnen. Vor der Feldherrnhalle fordert ein Netzwerk unter Führung des Querdenker-Bündnis „München steht auf“ kurz und knapp: „Macht Frieden!“ Angemeldet für diese Demonstration vor der Feldherrnhalle sind 2000 Teilnehmer. Zwei Gehminuten entfernt - und doch eine Weltanschauung weit weg - haben sich auf dem Max-Joseph-Platz Unterstützer der Ukrainer unter dem Motto „Gemeinsam gegen den Krieg“ versammelt. Die Veranstalter rechnen hier mit 3000 Teilnehmern.
Der Bundestagsabgeordnete Rainer Rothfuß soll am Samstag auf einer Kundgebung der Querdenker-Szene in München sprechen. Er pflegt enge Kontakte in die prorussische Szene und lobt die „fantastischen Zuspruchswerte“ des Kreml-Autokraten.
Die jeweiligen Organisatoren haben EU-Abgeordnete aufgeboten, vor der Oper spricht Marie-Agnes Strack-Zimmermann (FDP), vor der Feldherrnhalle Ruth Firmenich (BSW). Firmenich fordert im Hinblick auf den Ukraine-Krieg: „Es braucht endlich einen Verhandlungsfrieden.“ Als hätte er es gehört, fragt der Volt-Stadtrat Felix Sproll auf dem Max-Joseph-Platz: „Was haben denn all die Verhandlungen mit Putin gebracht in den letzten zehn Jahren?“
Um kurz vor halb drei Uhr setzt sich der Demonstrationszug des Netzwerks „Macht Frieden!“ vom Odeonsplatz aus in Bewegung durch die Innenstadt. Abgeschirmt von einem massiven Polizeiaufgebot kommen die Teilnehmer an der Kundgebung der Ukrainer-Unterstützer am Max-Joseph-Platz vorbei. Während da die Lieferung von Taurus-Systemen für die Verteidigung gefordert wird, skandieren sie im Demo-Zug „Frieden schaffen – ohne Waffen!“
Auch auf dem Karlsplatz versammeln sich seit dem frühen Mittag Menschen zu einer Anti-Siko-Demo. Unter dem Motto „Stoppen wir den Rüstungswahnsinn“ hatte dazu das „Aktionsbündnis gegen die NATO-Sicherheitskonferenz“ aufgerufen. Einst war die Anti-Siko-Demo die größte Protestaktion im Rahmen der Sicherheitskonferenz. Pressesprecher Heinz Michael Vilsmeiler schätzt die Teilnehmerzahl der diesjährigen auf 4000 bis 5000 Menschen, „wie im vorherigen Jahr“. Die Polizei geht indes von lediglich 1700 Teilnehmenden aus.
Der vor zwei Jahren in russischer Haft gestorbene Oppositionelle ist Analysen zufolge mit einem starken Nervengift getötet worden, sagt Außenminister Wadephul.
Lesen Sie mehr zum Thema
In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.
Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien
Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: