SZ 15.07.2026
13:17 Uhr

(+) Sexualisierte Gewalt: Das Leid zwischen Aktendeckeln


Für Betroffene sexualisierter Gewalt kann die Dokumentation ihres Falles wichtig für die Aufarbeitung sein. Doch wer Einsicht nehmen will, stößt oft auf hohe Hürden. Ein neuer Ratgeber soll helfen.

(+) Sexualisierte Gewalt: Das Leid zwischen Aktendeckeln

Angela Marquardt wird den Tag, an dem sie zum ersten Mal in ihre Akte schauen konnte, lange nicht vergessen können. „Ich las, wie in dieser ganz kalten Sprache darüber geschrieben wurde, was mir passiert ist“, sagt sie. Angela Marquardt ist Mitglied im Betroffenenrat bei der Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs bei der Bundesregierung (UBSKM). Als Kind wurde sie jahrelang von ihrem Stiefvater sexuell missbraucht. „Der schlimmste Moment war für mich der, als aus der Akte deutlich geworden ist, dass man mir damals hätte helfen können.“

Der Tod der elfjährigen Lyhanna hat etwas in Bewegung gebracht in Frankreich, wo jedes Jahr schätzungsweise Hundertsechzigtausend Kinder Opfer sexualisierter Gewalt werden. Viele haben genug von der Unkultur des Wegsehens.

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