SZ 08.10.2026
13:22 Uhr

(+) Schweden: Literaturnobelpreis geht an Anne Carson


Der Literaturnobelpreis in diesem Jahr geht an die kanadische Schriftstellerin. Carson wird für ihr „kühnes und einfallsreiches Gesamtwerk“ mit verspielten Dialogen in klassischer Tradition gewürdigt.

(+) Schweden: Literaturnobelpreis geht an Anne Carson
Die Kanadierin Anne Carson.
Foto: Pontus Lundahl/TT/IMAGO

Der Literaturnobelpreis in diesem Jahr geht an die Kanadierin Anne Carson. Das verkündete die Schwedische Akademie am Donnerstag in Stockholm. Die 76-Jährige wird für ihr „kühnes und einfallsreiches Gesamtwerk“ mit verspielten Dialogen in klassischer Tradition gewürdigt. Dadurch seien neue Formen für Gegenwartsliteratur entstanden. Ingrid Carlberg, permanente Sekretärin der Schwedischen Akademie, sagte, sie habe Carson gerade in Island erreicht. Sie sei dabei gewesen, dem Wind zuzuhören und sei sehr bewegt gewesen.

2025 hatte der ungarische Schriftsteller László Krasznahorkai den Literaturnobelpreis „für sein unwiderstehliches und visionäres Œuvre, das inmitten apokalyptischen Terrors die Macht der Kunst bekräftigt“ bekommen. Zu den bekanntesten Werken des Autors gehören „Satanstango“ und „Melancholie des Widerstands“.

Die Forscher Henri Kagan, 95, und Kenso Soai, 76, haben einen Weg gefunden, wie man Moleküle in der gewünschten Gestalt herstellen kann. Davon profitieren auch Patienten.

In den vergangenen Jahren hatte die Jury stets abwechselnd einen Mann und eine Frau geehrt. Vor Krasznahorkai hatte die Südkoreanerin Han Kang die Auszeichnung 2024 erhalten. Nach dieser Logik gibt es nun erneut eine Literaturnobelpreisträgerin. Carson ist die erste Frau, die in diesem Jahr einen Nobelpreis bekommt. Die wissenschaftlichen Nobelpreise gingen in den vergangenen Tagen ausschließlich an Männer.

Seit Montag sind bereits Preisträger in den Kategorien Physiologie oder Medizin, Physik und Chemie verkündet worden. Darunter sind auch zwei Deutsche: Peter Hegemann und Georg Nagel bekamen den Medizin-Preis zusammen mit dem Amerikaner Karl Deisseroth für ihre Entdeckungen auf dem Feld der Optogenetik. Mit dem Physik-Nobelpreis wurde der belgisch-amerikanische Forscher Francis Halzen geehrt. Der Nobelpreis für Chemie ging an den Franzosen Henri Kagan und den Japaner Kenso Soai für entscheidende Grundlagen unter anderem für die Entwicklung von Medikamenten.

Nach dem Literaturnobelpreis steht am Freitag (9. Oktober) der Friedensnobelpreis an. Den Abschluss bildet der Preis der Schwedischen Reichsbank für Wirtschaftswissenschaften am kommenden Montag (12. Oktober).

Überreicht werden alle Preise am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel. Mit Ausnahme des Friedensnobelpreises, der in der norwegischen Hauptstadt Oslo verliehen wird, werden alle Auszeichnungen in Stockholm vergeben. Dotiert sind die Nobelpreise in diesem Jahr pro Kategorie mit zwölf Millionen schwedischen Kronen – umgerechnet rund einer Million Euro.

Ihr Roman „Die Lücken“ ist zum besten Roman des Jahres gekürt worden. Eine gute Wahl.

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