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12.02.2026
06:01 Uhr
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Um Rohöl und andere Ölprodukte aus Russland, Iran oder Venezuela zu transportieren, die westlichen Sanktionen aber zu umgehen, nutzen Tanker eine alte List: Sie fahren unter falscher Flagge. Das Ausmaß war unklar. Bis jetzt.

Das Tankschiff Peridot steht in russischen Diensten, war aber mehrere Monate ganz ohne Flagge unterwegs. (Foto: Illustration: SZ)
Der Trick, mit dem Bartholomew Roberts schon vor gut 300 Jahren das portugiesische Handelsschiff „Sagrada Familia“ ausraubte, war denkbar einfach. Roberts, später auch bekannt unter dem Spitznamen „Black Bart“, gilt als erfolgreichster Pirat aller Zeiten, die Beute aus dem Überfall auf die „Sagrada Familia“ war gigantisch: Kaffee, Zucker, 40 000 Goldmünzen und wertvolle Juwelen erbeutete der Seeräuber, nachdem er sich mit seinem Schiff unter falscher Flagge in eine portugiesische Handelsflotte eingereiht und den dicksten Fisch im Schiffsverbund ausgekundschaftet hatte. Die Masche ist noch immer in Mode: Heute greifen offenbar immer mehr Schiffe in russischen, venezolanischen oder iranischen Diensten darauf zurück.
Die Zahl der russischen Tanker und Frachter, die ohne funktionierendes Ortungssystem über die Meere fahren, nimmt drastisch zu. Experten halten das für brandgefährlich – gerade in der Ostsee.
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