In Sachsen-Anhalt ist es am Mittwoch nicht nur noch mal gutgegangen. Es ist sogar viel besser gegangen, als zu erwarten war. Der neue Ministerpräsident von der CDU hat es gleich im ersten Wahlgang geschafft, sogar mindestens zwei Stimmen aus der Opposition hat er bekommen. Es war ja viel darüber geredet worden, ob sein Vorgänger Reiner Haseloff („unser Landesvater“, wie ihm der Landtagspräsident nachrief) seine großen Schuhe nicht viel zu spät übergeben hat, nur sieben Monate vor der Landtagswahl. Doch ein Ergebnis wie nun Sven Schulze hat der nie geschafft. Beim ersten Mal vor fünfzehn Jahren versagten ihm zehn Abgeordnete seiner Koalition die Stimme, die beiden Male danach musste Haseloff gar in den zweiten Wahlgang. Sven Schulze war nie in der Lage, überschätzt zu werden. Ist er also unterschätzt worden?
