SZ 10.08.2026
18:31 Uhr

(+) Sabotage: Gab es einen Testlauf für die Drohne am Leipziger Flughafen?


Nach dem Sprengstoff-Fund sehen Sicherheitskreise Parallelen: Bereits 2024 hatten Handlanger Brandsätze verschickt, mutmaßlich im Auftrag Russlands. Ein Täter von damals lieferte Drohnenteile nach Deutschland.

(+) Sabotage: Gab es einen Testlauf für die Drohne am Leipziger Flughafen?

Für den Bundesinnenminister ist es ein Fall in einer neuen Dimension: Als vergangene Woche eine mit Sprengstoff beladene Drohne am Flughafen Leipzig entdeckt wurde, nannte Alexander Dobrindt (CSU) das ein „neues Bedrohungsszenario“. Derzeit könnten „fremde Mächte“ als Drahtzieher hinter der explosiven Drohne nicht ausgeschlossen werden. Dass der Verdacht schnell auf Russland fiel, lag auch am Fundort der Drohne: Mitarbeiter des Flughafens hatten sie in der Nähe von ukrainischen Antonow-Transportfliegern entdeckt, wo am Vortag Munitionslieferungen in die Ukraine abgewickelt wurden. Und: Schon 2024 waren mehrere Brandsätze in Luftfracht-Paketen verschickt worden, eines davon ging am DHL-Terminal in Leipzig in Flammen auf, nur ein Zufall verhinderte ein Feuer an Bord eines DHL-Flugzeuges. Ermittler gehen davon aus, dass die Pakete im Auftrag des russischen Militärgeheimdienstes GRU verschickt wurden.

Sie sind leicht zu finden, billig – und entbehrlich, wenn sie auffliegen: Russlands sogenannte Wegwerfagenten verunsichern den Westen. Mit Paketbomben in DHL-Flugzeugen hätten sie beinahe eine Katastrophe verursacht. Eine Recherche von SZ, NDR und WDR beleuchtet das Sabotagesystem des Kreml aus Drahtziehern, Mittelsmännern und Handlangern.

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