Seine acht Jahre währende Amtszeit als Bürgermeister von New York endete zwar schon vor 25 Jahren. In Vergessenheit ist Rudy Giuliani aber nicht geraten. Das liegt einerseits daran, dass der Republikaner weiter an politischen Umtrieben beteiligt war: Nach der Wahlniederlage von Donald Trump im Jahr 2020 gehörte er etwa zu den zentralen Figuren bei Trumps Versuch, das Ergebnis der Wahl zu kippen. Er vertrat die Klagen zur Auszählung der Stimmen. Zum anderen liegt es daran, dass seine Zeit als Bürgermeister durchaus bedeutungsvoll war für die Stadt. In Giulianis zweite Amtszeit fiel etwa der Terroranschlag vom 11. September 2001. Seine Rolle bei der Bewältigung ist bis heute umstritten: Hinterbliebene werfen ihm Versäumnisse vor, und politische Gegner kritisieren, er habe daraus eine Heldengeschichte für sich selbst stricken wollen. Als Bürgermeister von New York stand Giuliani für Steuersenkungen sowie für „Law and Order“, was viele in der Stadt damals wegen der hohen Kriminalität begrüßten, was aber auch zu Debatten über unangemessene Polizeigewalt führte. Die Kriminalitätsrate in New York ging unter seiner Ägide tatsächlich stark zurück, das tat sie aber landesweit. 2006 stieg Giuliani ins Rennen um die US-Präsidentschaft ein, blieb in den Vorwahlen der Republikaner aber chancenlos. Zuletzt war der heute 81-Jährige vor allem wegen Vorwürfen sexueller Übergriffe in den Schlagzeilen.
