Nachdem sich die Geschichtswissenschaft in der Vergangenheit eher punktuell und „anlassbezogen“ mit der extremen Rechten beschäftigt hat, sind in jüngster Zeit, möglicherweise angeregt durch die Erfolge der AfD, einige fundierte, langfristig angelegte Arbeiten erschienen. Das Buch von Niklas Krawinkel, von 2018 bis 2025 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl zur Erforschung der Geschichte und Wirkung des Holocaust an der Universität Frankfurt am Main, zählt dazu. Ihn interessieren insbesondere die Wechselwirkungen zwischen dem Agieren der extremen Rechten und der gesellschaftlichen Mehrheit, aber auch gegenläufige Entwicklungen, welche die Spielräume rechter Akteure einengten. Dazu nimmt er den Zeitraum von den frühen 1950er- bis in die frühen 1990er-Jahre in den Blick.
