Es ist das selbstverständliche Recht der Opposition, die Regierung zu kritisieren. Völlig legitim, wenn Grünen-Fraktionschefin Katharina Dröge ruft: „Abtauchen ist eine fatale Strategie, Herr Merz!“ Die Opposition steht nicht in politischer Verantwortung, aber verboten ist es ihr dennoch nicht, sich selber die Frage zu stellen: Was hätten wir denn getan? Konkret: Was hätten wir anstelle von Friedrich Merz getan, als er der Frage auswich, wie die Bundesregierung zur völkerrechtswidrigen US-Attacke auf Venezuela stehe? Für die Linke, zumindest den politikfähigen Teil von ihr, die Grünen und andere Kritiker würde die ehrliche Antwort mit großer Sicherheit lauten: eher das Gleiche wie Merz.
