SZ 22.01.2026
08:44 Uhr

(+) Proteste gegen die Islamische Republik: Verschleiern all die Tränen, die wir vergießen, unseren Blick?


Ein grausames Regime, ein US-Präsident, auf den man nichts geben kann, die verantwortungslosen und unverzichtbaren sozialen Medien: Über das kaum zu erfüllende Bedürfnis, die Vorgänge in Iran zu erfassen.

(+) Proteste gegen die Islamische Republik: Verschleiern all die Tränen, die wir vergießen, unseren Blick?
Ein Bild aus der Diaspora, nicht aus Teheran: Eine Demonstrantin in Madrid, am vergangenen Samstag. (Foto: Susana Vera/Reuters)

Wenn ich diese Kolumne nicht schreiben müsste, ich würde stumm bleiben und mich stattdessen weiter den ganzen Tag und die halbe Nacht durch die sozialen Medien klicken, durch den nicht endenden Strom an Schlagzeilen, Tweets, Solidaritätsbekundungen, ich würde weiter Handyvideos und Sprachnachrichten aus und über Iran aufsaugen wie eine Süchtige; zu Beginn der Proteste hoffnungsvoll, ja euphorisch, nun immer häufiger schockiert, entsetzt, aber immer unbefriedigt; wann, endlich, passiert etwas? Wann, endlich, kippt etwas, bricht etwas, wann, endlich, reißt etwas auf und ein Lichtstrahl fällt hinein in diese Düsternis? Manchmal nahm die Verzweiflung in den vergangenen Wochen dermaßen Überhand, dass ich mir wünschte, es passierte so etwas wie ein Eingriff von außen, ein Ali Chamenei, Oberster Führer, in einem Erdloch oder in Handschellen und Jogginganzug. Hauptsache, das Blutvergießen endet, Hauptsache, es werden nicht immer noch mehr Mütter und Väter die Leichenhallen nach ihren Kindern absuchen müssen.

Reza Pahlavi ist, wenn man so will, das freundliche Gesicht der anderen, 1979 abgeschafften Diktatur. Und doch:  Derzeit rufen viele Iranerinnen und Iraner nach einer Rückkehr der Monarchie.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Exklusive Gutscheine für SZ-Abonnenten: