SZ 16.02.2026
16:22 Uhr

(+) Protest: Wo ist die Linke, wenn man sie braucht?


Eine Viertelmillion Menschen demonstrieren in München für die Freiheit in Iran, aber die deutsche Bürgergesellschaft lässt das Thema vielfach kalt. Zu einem fatalen Missverhältnis zwischen Relevanz und Aufmerksamkeit.

(+) Protest: Wo ist die Linke, wenn man sie braucht?
Am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz haben rund 250 000 Menschen am vergangenen Samstag in München gegen das Regime in Iran demonstriert. (Foto: Ebrahim Noroozi/AP)

Wer sich die Bilder von der wahrhaft historischen Kundgebung vom vergangenen Samstag auf der Theresienwiese in München ansieht, es war eine der größten in der bewegten Geschichte dieser Stadt, kommt, bei aller Freude über den feierlichen und friedlichen Charakter der Veranstaltung, zu einer beklemmenden Einsicht: Hier protestierten allen Augenzeugenberichten und Bildern nach Menschen aus Iran oder mit engen Beziehungen dorthin nicht ausschließlich, aber weitgehend unter sich. Auf jeder größeren Demo in Deutschland erwartet man die Abordnungen der sozialen Bewegungen, der engagierten Zivilgesellschaft, von Studierendenklubs zu Gewerkschaftskreisen, aber in München war davon wenig zu sehen.

Was Horror und Verbrechen angeht, waren wir Iraner einiges gewohnt. Dass es noch schlimmer geht, hat das Regime nun demonstriert – und die Wirkung seiner Taten durch die Nachrichtensperre potenziert: über Zeugenschaft aus dem Exil.

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