SZ 11.12.2025
15:57 Uhr

(+) Patricia Schlesinger: Anklage, also doch


Nach mehr als drei Jahren Ermittlungen präsentiert die Staatsanwaltschaft ihre Anklage gegen die frühere Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger. Nun geht die Skandalaufarbeitung wirklich los.

(+) Patricia Schlesinger: Anklage, also doch
Patricia Schlesinger war bis 2022 die ARD-Vorsitzende und Intendantin des RBB. (Foto: Friedrich Bungert)

Es war im August 2022, Olaf Scholz regierte und Chat-GPT war noch nicht veröffentlicht, da ging von Berlin aus ein Skandal in die Luft, wie es ihn der Geschichte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bis dahin nicht gegeben hatte. Die langjährige Intendantin des RBB, Patricia Schlesinger, stand im Auge dieses Sturms, die Vorwürfe gegen sie bauten sich schnell und heftig auf. Vetternwirtschaft, Privatveranstaltungen auf Senderkosten, Verschwendung öffentlicher Gelder in Bauprojekten und in der Gestaltung ihrer eigenen Intendantinnenetage, fragwürdige Beraterverträge: Die Vorwürfe reichten von sehr bis weniger schwerwiegend, manche waren illuster genug, um auch den Boulevard lange zu beschäftigen. Als greifbarstes Symbol des Skandals blieb der Massagesitz in Patricia Schlesingers Dienstwagen, er stand sinnbildlich für Luxus in einem öffentlich finanzierten System. Die Intendantin flog raus, seither wurde in unzähligen Gremien, Ausschüssen und auch arbeitsrechtlichen Gerichtsverhandlungen über die Schwere der Vorfälle gestritten.

Die Öffentlich-Rechtlichen stehen unter Dauerbeschuss ihrer Feinde und Kritiker und müssen sich gleichzeitig grunderneuern: Ein Gespräch mit Programmdirektorin Christine Strobl über Konkurrenz in digitalen Welten – und die Frage, was Macht im System ARD bedeutet.

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