SZ 04.03.2026
11:35 Uhr

(+) Ölpreis: Dieselpreis springt über Zwei-Euro-Marke


Der Iran-Krieg treibt die Spritpreise nach oben. In der typischen Preisspitze am Morgen liegt der bundesweite Durchschnittspreis über zwei Euro.

(+) Ölpreis: Dieselpreis springt über Zwei-Euro-Marke
Ein Auto wird an einer Tankstelle betankt. Christophe Gateau/dpa

Der Dieselpreis ist infolge des Iran-Krieges auf mehr als zwei Euro geklettert. In der morgendlichen Preisspitze um 7.15 Uhr ermittelte der ADAC einen bundesweiten Durchschnittspreis von 2,05 Euro pro Liter. Im Tagesverlauf kann er allerdings auch wieder fallen – um 8.30 Uhr waren es noch 1,99 Euro. An normalen Tagen sind Benzin und Diesel morgens in der Regel mehr als zehn Cent teurer als am Abend. Zuletzt hatte der schnelle Anstieg diese Entwicklung aber zumindest teilweise überlagert.

Auch Superbenzin der Sorte E10 legte deutlich zu und kostete in der morgendlichen Spitze 1,99 Euro pro Liter. Der Anstieg fiel aber nicht ganz so stark aus wie beim Dieselpreis, der dem ADAC zufolge deutlich sensibler auf Krisen reagiert.

Schon am Montag und Dienstag war der Spritpreis schnell gestiegen. Der bundesweite Tagesdurchschnittswert, der die starken Schwankungen im Tagesverlauf ausgleicht und dadurch auf lange Sicht besser vergleichbar ist, lag am Dienstag bei 1,90 Euro für einen Liter E10 und bei 1,92 Euro für einen Liter Diesel. Das waren 5,8 beziehungsweise 10,1 Cent mehr als am Montag und 12,1 Cent mehr für E10 und 17,7 Cent mehr für Diesel als am Freitag.

Ein weiterer Anstieg des Tagesdurchschnittspreises ist angesichts der aktuellen Zahlen wahrscheinlich. Dass Diesel auch in diesem Wert die Zwei-Euro-Marke überschritt, war zuletzt im November 2022 passiert.

Je nach Tankstelle kann es große Abweichungen zum Durchschnittspreis geben. So gab es auch am Morgen noch viele Tankstellen, an denen Diesel noch unter zwei Euro pro Liter zu haben war. Gerade in Krisenzeiten lohne sich der Preisvergleich besonders, betont der ADAC.

Seit der Konflikt im Nahen Osten am Samstag eskaliert ist, steigen die Preise für Öl und in der Folge auch für Sprit und Heizöl. Eine wichtige Rolle spielt dabei die Straße von Hormus. Durch dieses Nadelöhr vor der Küste Irans fährt rund ein Fünftel der globalen Öltransporte. Jede Störung dort kann die Energiepreise steigen lassen und Iran hat den Schiffsverkehr als Reaktion auf die Angriffe eingeschränkt.

Plötzlich hohe Gaspreise, das erinnert doch sehr an 2022. Wie sich die Lage heute von damals unterscheidet und was die Blockade der Straße von Hormus für die deutschen Gasvorräte bedeutet.

Die Bundesregierung plant aber offenbar keine Entlastungen
für Autofahrer wegen der stark gestiegenen Preise. Angesprochen auf eine mögliche Spritpreisbremse sagt Wirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU): „Die steht nicht auf der Agenda.“

Der Ölpreis ist – zusammen mit dem Dollar-Kurs – der wichtigste Treiber für Veränderungen beim Spritpreis. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie wies auch darauf hin, dass der Nahe Osten derzeit auch als Lieferant von fertigem Kraftstoff – insbesondere Diesel – teilweise ausfalle. Versorgungsengpässe seien aber nicht zu befürchten, weder bei Benzin und Diesel noch bei Heizöl oder Flugkraftstoff, hieß es zuletzt. Deutschland beziehe sein Rohöl aus rund 30 Ländern. Hauptlieferländer sind demnach Norwegen, die USA, Libyen, Kasachstan und Großbritannien.

Die Entwicklungen im Nahen Osten hatten auch auf dem deutschen Aktienmarkt zu einem heftigen Kursrutsch geführt. Die vage Hoffnung auf eine Sicherung der Straße von Hormus durch US-Streitkräfte bremste diesen nun zunächst. Der in den beiden vergangenen Tagen um fast sechs Prozent abgesackte Dax lag in den ersten Handelsminuten an diesem Mittwoch mit einem halben Prozent im Plus bei 23 910 Zählern. Der M-Dax der mittelgroßen Börsentitel stabilisierte sich um 0,2 Prozent auf 29 868 Zähler, der Euro-Zonen-Leitindex Euro Stoxx 50 lag ebenfalls leicht im Plus.

Der Ausverkauf an den asiatischen Börsen hat sich beschleunigt. Für Aufsehen sorgte am Mittwoch vor allem der Rutsch um mehr als zwölf Prozent beim südkoreanischen Leitindex Kospi. Die Landeswährung Won fiel auf ein 17-Jahres-Tief.

Droht durch die Eskalation in Nahost eine Energiekrise wie kurz nach dem Überfall Russlands auf die Ukraine vor vier Jahren? Schon jetzt stauen sich an einer der wichtigsten Öl-Transportrouten der Welt etliche Schiffe – weil die Weiterfahrt zu riskant ist.

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