SZ 12.06.2026
09:04 Uhr

(+) Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Der Mann, der jetzt Vertrauen gewinnen muss


Der ORF hat nach Skandalen und politischem Zerren in einer Marathonsitzung einen neuen Chef gewählt: Clemens Pig soll den österreichischen Sender zur Ruhe bringen.

(+) Öffentlich-rechtlicher Rundfunk: Der Mann, der jetzt Vertrauen gewinnen muss
Clemens Pig galt als Favorit der konservativen ÖVP und wird nun neuer Generaldirektor des ORF. Dass er von der Politik vereinnahmt werde, dafür könne er nichts, sagt er. Max Slovencik/APA/dpa

Die Bestellung eines neuen Fernsehchefs kann durchaus spannend sein. Zumindest, wenn man sie so inszeniert wie der österreichische Rundfunk am Montagabend. Der ORF ließ zur besten Sendezeit jene Frauen und Männer, die sich für die Führung des ORF bewarben, gegeneinander antreten wie Spitzenpolitiker vor einer Wahl. Die sieben Kandidatinnen und Kandidaten standen an weißen Rednerpulten und hatten drei Minuten Zeit, um ihre Konzepte zu präsentieren. Danach wurden sie von einer Moderatorin befragt oder sollten Täfelchen mit „Ja“ oder „Nein“ hochhalten, wenn es um Fragen ging wie: Soll das Korrespondentennetzwerk ausgebaut werden? Oder: Soll der ORF Opern im Hauptabendprogramm zeigen? Dazwischen durfte sich das Publikum im Saal an die Bewerberinnen und Bewerber richten.

Der Verleger Holger Friedrich hat eine Politikberatungsfirma gegründet. Auch in seinen Zeitungen versucht er, Einfluss zu nehmen – und wirbt für mehr Offenheit gegenüber autokratischen Herrschern.

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