SZ 06.01.2026
15:51 Uhr

(+) Nachruf: Meister der Verzweiflung


Der ungarische Regisseur Belá Tarr begriff sich nie wirklich als Teil der Filmbranche und schuf mit der Kamera doch beeindruckende Werke. Nun ist er gestorben.

(+) Nachruf: Meister der Verzweiflung
Belá Tarr bei der Pressekonferenz zu seinem letzten Langfilm, „Das Turiner Pferd“, der 2011 auf der Berlinale Premiere feierte. (Foto: Sean Gallup/Getty Images)

Ein toter Wal liegt auf einem kalten, grauen Platz, ein Mann mit Hut betrachtet ihn. Kühe tapsen aus einem vernachlässigten Stall durch den Matsch, bis sie zwischen Schuppen verschwinden. Eine Figur in Lumpen stapft durch einen Sturm. Man braucht nur wenige Sekunden aus seinen Filmen zu sehen und weiß: Das ist ein Belá Tarr. Die Bilder in Schwarzweiß, die Musik getragen, die Einstellungen so lang, dass sie lethargisch wirken.

Sein Widerstand gegen den Autoritarismus, nicht nur in Ungarn, ist humorvoll und kompromisslos, die Apokalypsen, von denen er erzählt, findet er im Alltag: László Krasznahorkai bekommt den Literaturnobelpreis.

Lesen Sie mehr zum Thema

In anspruchsvollen Berufsfeldern im Stellenmarkt der SZ.

Sie möchten die digitalen Produkte der SZ mit uns weiterentwickeln? Bewerben Sie sich jetzt!Jobs bei der SZ Digitale Medien

Gutscheine: